Weil Gott Frauen ins Amt will!

In der katholischen Kirche gibt es ein echtes Demokratiedefizit. Dies ist insbesondere für Katholikinnen nur schwer zu ertragen. Es gibt keinen überzeugenden theologischen Grund, warum Katholikinnen nicht zu allen kirchlichen Ämtern und Diensten zugelassen und auch geweiht werden sollen. Auch die Geduld von Schwester Philippa Rath neigt sich dem Ende entgegen.
Gast
Sr. Philippa Rath, Benediktinerin der Abtei Sankt Hildegard, Politikwissenschaflerin, Historikerin, Theologin und Delegierte im deutschen Synodalen Weg
Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Raphael Rauch, Redaktionsleiter kath.ch
Warwashing oder weiser Wandel?
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine haben sich zahlreiche Konzerne aus Russland zurückgezogen. Wer geht, gilt als gut, wer bleibt, als böse. Doch welche soziale und politische Verantwortung tragen Konzerne im Ukrainekrieg? Welche Folgen hat ihr Abzug aus Russland für die russische Bevölkerung, für den Kriegstreiber Putin und für die weltpolitische Sicherheit?
Einige Konzerne wägen solche Fragen behutsam ab. Andere nutzen die gesellschaftliche Stimmung kurzerhand zur Imagepflege: Sie verkünden ihren Rückzug in pathetischen Worten und ändern flott ihre Logos und Slogans ukrainefreundlich ab. Die Taktik ist bereits vom Greenwashing bekannt. Analog dazu können wir von Warwashing sprechen, wenn Konzerne den Ukrainekrieg für Marketingzwecke ausschlachten.
Wie positionieren sich Unternehmen in der Ukraine Krise und was sind ihre Beweggründe? Das diskutierten wir mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Gäste
- Prof. Johanna Gollnhofer, Institut für Marketing, Universität St.Gallen
- Dr. Philipp Aerni, Center for Corporate Responsibility and Sustainability, Hochschule für Wirtschaft, Fribourg
- Dr. Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor und Leiter Wirtschaftspolitik, Swissmem

Leitung und Moderation
- Dr. Dana Sindermann, Paulus Akademie
Flyer_Warwashing oder weiser Wandel?
Impressionen
Synode 22 – Macht und Partizipation
Mitten in den synodalen Prozess, den sich die Weltkirche 2021-2023 vorgenommen hat, fällt in der Schweiz das 50-Jahr-Jubiläum der Synode 72. Dieses Jubiläum wollen wir dazu nutzen, in diesem synodalen Prozess dringlichen Reformanliegen der kirchlichen Basis Gehör zu verschaffen.
Die Synode 72 (1972-75) war in der katholischen Kirche Schweiz einzigartig. Seither hat es nie mehr einen solchen Prozess der Partizipation aller Gläubigen an zukunftsweisenden Entscheidungsprozessen der Kirche Schweiz gegeben. Die Macht ist seitdem längst wieder allein und fest in den Händen der hierarchischen Verantwortungsträger – der Bischöfe und der römischen Kurie. Umso notwendiger ist heute, 50 Jahre später, im Sinne von J. B. Metz eine „gefährliche Erinnerung“ an dieses herausragende kirchliche Ereignis. Diese Art der Erinnerung ist nicht rückwärtsgewandt, sondern will in die Zukunft weisen und wesentliche Brennpunkte aktueller gesellschaftspolitischer und innerkirchlicher Partizipation thematisieren. Mit Visionen und konkreten Forderungen brachte sich die Tagung in den aktuellen synodalen Prozess der Kirche ein. „Macht und Partizipation“ ist dafür eine treffende Problemanzeige.
Eine Veranstaltung des Verein tagsatzung.ch in Kooperation mit
– Fachstelle Bildung und Propstei der Katholischen Kirche im Aargau
– Paulus Akademie
IMPRESSIONEN (Fotos kath.ch)
Sprache und Sein

Dieses Buch folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt. Nach wirklich gemeinschaftlichem Denken in einer sich polarisierenden Welt.
Kübra Gümüşay setzt sich seit langem für Gleichberechtigung und Diskurse auf Augenhöhe ein. In ihrem ersten Buch geht sie der Frage nach, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie zeigt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Und wie können wir alle – in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse – anders miteinander kommunizieren?
Gast
Kübra Gümüşay, Autorin und Rednerin
Moderation
Im Auftrag der Paulus Akademie:
Hannan Salamat, Kultur- und Religionswissenschaftlerin; Zürcher Institut für interreligiösen Dialog ZIID
Literaturhinweis
Sprache und Sein, Kübra Gümüşay, Hanser Berlin, ISBN: 978-3-446-26595-0
Flyer
Flyer_Sprache und Sein
Impressionen
Islamische Theologie in pluraler Gesellschaft
„Zur Zukunft einer jungen Disziplin: Islamisch-theologische Studien zwischen systematischer und praktischer Forschung“
Referenten
– Prof. Dr. Reinhard Schulze, FINO, Universität Bern
– Prof. Dr. Amir Dziri, Universität Freiburg
Anschliessende Podiumsdiskussion mit:
– Arlinda Amiti, Universität Freiburg
– Deniz Yüksel, Fachstelle Integration, Kanton Zürich
– Rejhan Neziri, Imam, Kreuzlingen
– Dr. Marc Bundi, Reformierte Kirche Kanton Zürich
Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Flyer Internationale Fachtagung zum Profil Islamisch-theologischer Studien
Link zum Forschungsbericht der Universität Fribourg: From Zakāt to Theological Anthropology
CHRIST:IN UND LGBT SEIN?

Bild: iStock
Ohne Frage dazugehören – für queere Menschen in Kirchen ist das nach wie vor alles andere als selbstverständlich. Besonders kompliziert wird es in weltweiten kirchlichen Strukturen – nicht nur in der römisch-katholischen Kirche. Am Podium wurde auf die Entwicklungen im Ökumenischen Rat der Kirchen ÖRK eingegangen.
Der Anlass war eingebettet in die Jahrestagung des Europäischen Forums Christlicher LGBT Organisationen, die ebenfalls in der Paulus Akademie gastierte. Weitere Informationen unter www.lgbtchristians.eu.
Gäste
– Rosemarie Wenner, ehemalige Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche Deutschland, Verantwortliche für den Bereich Women, Men, Family, Gender Diversity im Rahmen des Begleitprogramms der ÖRK-Vollversammlung 2022
– Gabriele Mayer, Dozentin für interkulturelle Kommunikation an der theologischen Hochschule Reutlingen und Koordinatorin des Projektes «Rainbow Pilgrims of Faith», das im Hinblick auf die ÖRK-Vollversammlung lanciert wurde
– Heinz Fäh, Pfarrer in Rapperswil-Jona, Kirchenrat der Evangelischreformierten Kirche St. Gallen und Delegierter der Evangelischen Kirche Schweiz an der ÖRK-Vollversammlung
Leitung und Moderation
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
– Irene Schwyn, Präsidentin Tagungsorganisation des Europäischen Forums Christlicher LGBT Organisationen
Impressionen
In der Reichweite des Heiligen
Eine Veranstaltung im Rahmen der philEXPO22,

Bild: pixabay
Was wollen wir wissen? Dieses Motto der diesjährigen philEXPO22 zielt fundamental auf den Menschen als Orientierungswesen. Erkenntnisse und Werthaltungen haben eine unverzichtbare Auswirkung auf unsere Lebensführung. Einer weitverbreiteten Ansicht gemäss, korreliert eine zunehmende Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche mit einer gleichzeitigen Abnahme religiöser Glaubensannahmen. Die Entzauberung der Welt und das Theorem der Säkularisierung sind Beispiele für eine so verstandene Verhältnisbestimmung von fürwahr haltendem Glauben und tatsachenbasiertem Wissen.
In perspektivenreichen Beiträgen zeigte der in Berlin lehrende Soziologe und Sozialphilosoph Hans Joas, dass dieses Verhältnis auch anders beschrieben werden kann. Die Kategorie des Heiligen spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Heilige in seiner Doppelfunktion als Faszinosum und Erschütterung, wie es von Rudolf Otto, einem Pionier der religionswissenschaftlichen Forschung, beschrieben worden ist, scheint sich nicht im Säurebad einer sezierenden Rationalität auflösen zu lassen.
Im Gespräch mit Hans Joas warfen wir Schlaglichter auf die Strahlkraft des Heiligen in verschiedenen Facetten. Auf der Spur des Unverfügbaren entdeckten wir allenfalls Sinnpotentiale, welche bei der Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt neue Horizonte eröffnen.
Gast
Hans Joas, Soziologe und Sozialphilosoph
Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Gian Rudin, Pastoralassistent Pfarrei St. Josef Zürich
Arbeitsbeziehungen auf dem Prüfstand

An dieser Tagung sind wir der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Beziehungen im Hinblick auf die berufliche wie persönliche Entwicklung von jungen Menschen haben. Was brauchen Menschen – Lernende, Berufseinsteiger*innen, aber auch Berufsbildner*innen oder Vorgesetzte –, damit Arbeitsbeziehungen und Kooperationen gelingen? Welche Kompetenzen ermöglichen Zusammenarbeit und Kooperation? Welche Rollen übernehmen Erwachsene in diesen Beziehungsprozessen? Was tragen sie zur gelingenden Zusammenarbeit bei? Wie können sie junge Menschen in solchen Krisensituationen oder bei Übergängen stärken?
Zusammen mit den Teilnehmenden und Fachpersonen gingen wir diesen Fragen nach und erörterten Möglichkeiten, wie unter erschwerten Umständen Arbeitsbeziehungen zum Wohl aller gelingen können.
Organisation
– Jacqueline Käs, Reformierte Kirchgemeinde Wallisellen
– Csongor Kozma, Paulus Akademie
– Adrian Marbacher, Jugendseelsorge Katholische Kirche im Kanton Zürich
– Jens van Harten, Reformierte Kirche Kanton Zürich
– Christoph Vecko, okaj zürich – Kantonale Kinder- und Jugendförderung
– Thomas Wallimann-Sasaki, ethik22 – Institut für Sozialethik
– Petra Züsli, kabel – Beratungsstelle rund um die Berufslehre
Eine Veranstaltung in Kooperation mit
ethik22 – Institut für Sozialethik, Jugendseelsorge Katholische Kirche im Kanton Zürich, kabel – Beratungsstelle rund um die Berufslehre, okaj zürich – Kantonale Kinder- und Jugendförderung, Reformierte Kirche Kanton Zürich und der Paulus Akademie
Dokumentation
Wo ist Heimat im Alter?

Die «ältere Migrationsbevölkerung» ist so wenig homogen wie die Gruppe pensionierter Schweizerinnen und Schweizer. Trotz ihrer gemeinsamen Erfahrung der Entwurzelung entwickeln Menschen mit Migrationsbiografie ganz unterschiedliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse im Alter, wie Studien belegen. Was bestimmt ihre Lebensentwürfe im Hinblick auf das Rentenalter? Wie wirkt sich ihre familiäre Situation aus? Welche Rolle spielt ihre kulturelle und religiöse Herkunft? Haben traumatische Erfahrungen Langzeitwirkung? Wo und was ist ihre Heimat im Alter?
Die Tagung gab zunächst aus wissenschaftlicher Sicht Antworten auf diese Fragen. Danach haben Workshops aus unterschiedlichen Perspektiven und praktischer Sicht die Thematik vertieft und ermöglichten den Austausch unter den Teilnehmenden. Zum Schluss reflektierte ein Philosoph über das Verhältnis von Alter und Heimat.
Eine Kooperation mit der Beratungsstelle Wohnen im Alter und der Integrationsförderung der Stadt Zürich sowie der Pro Senectute.
Zielpublikum
Fachpersonen aus den Bereichen Migration und Integration, Soziales, Gerontologie und Geriatrie, Mitarbeitende von Behörden, kirchlichen und sozialen Institutionen
Mitwirkende
- Hans-Peter von Däniken, Paulus Akademie
- Prof. Dr. Eva Soom Ammann, Berner Fachhochschule
- Hildegard Hungerbühler, Schweizerisches Rotes Kreuz
- Dr.iur. Marc Spescha, Rechtsanwalt
- Christina Gunsch, Leitende Psychologin, Psychologische Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Ambulatorium Wetzikon
- Dr.med. Anna Rüdeberg, Centro Familiara Bern
- Maryam Saiid Sheik
- Vathany Sriranjan
- Dr. Ludwig Hasler, Philosoph und Publizist
Eine Veranstaltung in Kooperation mit:
Stadt Zürich, Stadtentwicklung und Fachstelle im Alter, Pro Senectute Kanton Zürich sowie Walder Stiftung, Leben und Wohnen im Alter und der Paulus Akademie
Literaturhinweis
Wo ist Heimat im Alter?_Literaturliste
Präsentationen
- Präsentation Eva Soom Ammann Lebensabend im Schosse der Familie
- Präsentation Input Workshop Eva Soom Ammann Wenn Migrantinnen Pflege brauchen
- Präsentation H. Hungerbühler Ältere tamilische Wohnbevölkerung
- Präsentation Marc Spescha Aufenthaltsrecht und Sozialversicherungen im Alter
- Präsentation Anna Rüdeberg Vulnerabilität und Fragilität im Alter
Flyer
Flyer Wo ist Heimat im Alter?
Witiker Gespräche über das Alter

Im Rahmen der Gesprächsreihe „Witiker Gespräche über das Alter“ fanden folgende Veranstaltungen statt:
MI, 4. Mai 2022 «Der Rost macht erst die Münze wert.»
Man wird nicht «einfach» älter und alt. Wie jede Lebensphase wird auch das Alter bewertet. Beurteilt wird das Alter von denjenigen, die selbst älter geworden sind, und von den Jüngeren, die hoffen, einmal alt zu werden oder denen davor bange ist.
Der Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Udo Rauchfleisch stellte solche Einschätzungen in unterschiedliche sachliche Zusammenhänge vor und legte dar, wie das Alter etwa aus psychologischer, sozialer oder religiöser Sicht gedeutet wird.
Leitung und Moderation:
– Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil, Pfarrer Reformierte Kirche Zürich Witikon
Gast:
– Prof. Dr. Udo Rauchfleisch, Psychologe und Psychotherapeut
MI, 11. Mai 2022 «Gesundheit im Alter»
Heute erreichen mehr Personen als je zuvor ein hohes Alter. Der Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit haben deshalb auch im Alter eine hohe Bedeutung.
Maya Pfeiffer-Schlatter, Fachstelle Zürich im Alter, Leiterin Fachbereich präventive Beratung, und Dr. Bettina Ugolini, Leiterin Beratungsstelle Leben im Alter am Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich, legten dar, wie ältere Menschen möglichst lange selbstständig in ihrem eigenen Zuhause leben und eine hohe Lebensqualität geniessen können.
Leitung und Moderation:
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Gäste:
– Maya Pfeiffer-Schlatter, Fachstelle Zürich im Alter, Leiterin Fachbereich präventive Beratung
– Dr. Bettina Ugolini, Leiterin Beratungsstelle Leben im Alter am Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich
MI, 18. Mai 2022 «Vor ergrautem Haar sollst du aufstehen»
«Zürich ist eine altersfreundliche Stadt, in der sich die Generationen gegenseitig unterstützen und alle Einwohnerinnen und Einwohner bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.»
Der Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich, Stadtrat Andreas Hauri, erläuterte diese Vision im Zusammenhang mit der Altersstrategie 2035 und deutete das Alter aus politischer Sicht.
Leitung und Moderation:
– Dr. Andreas Rellstab, Pfarrer Seelsorgeraum St. Anton und Maria Krönung
Gast:
– Stadtrat Andreas Hauri, Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich