UNGEWISSE TRAUER

Bild: iStockFlyer Ungewisse Trauer
Der gefallene Soldat auf dem Schlachtfeld, die Tote im Wald oder das tote Flüchtlingskind am Strand: Was passiert mit Toten, deren Identität unklar bleibt? Wie gehen Ermittlungsbehörden in solchen Fällen vor, und wie kann man auch in diesen Fällen den gänzlich unbekannten Menschen ohne Wissen über ihren Glauben oder letzten Wünsche in aller Würde die letzte Ehre erweisen? Und umgekehrt: Wenn geliebte Menschen auch nach Wochen, Monaten und Jahren spurlos verschwunden bleiben und bei ihren Angehörigen eine nagende Ungewissheit hinterlassen: Wie gestaltet sich hier Trauer und Abschiednehmen, welcher angemessene Umgang mit solchen Schicksalsschläge ist aus therapeutischer Sicht anzuraten und erscheint aus den Erfahrungsberichten Betroffener als vielversprechend?
Diesen und weitere Fragen wurde anlässlich der Podiumdiskussion am 1. November in Kooperation mit Friedhof Forum Stadt Zürich angegangen und erläutert.
www.youtube.com/watch?v=8wyi3IPdM8I
Leitung und Moderation:
- Dr. Sebastian Muders, Paulus Akademie
- Reto Bühler, Friedhof Forum der Stadt Zürich
Gäste:
- Adj. Rolf Blenke, Stadtpolizei Zürich
- Daniela Stauffacher, Religionswisschenschaftlerin Universität Fribourg
- Prof. Dr. Hansjörg Znoj, Leiter Abteilung Klinische Psychologie bei der Universität Bern
Literaturhinweise:
- Znoj, H. J. (2016). Trennung, Tod & Trauer. Geschichten zum Verlusterleben und dessen Transformation. Göttingen: Hogrefe.
- Znoj, H. J. (2021). Ratgeber Trauer – Informationen für Betroffene und Angehörige. 2. überarbeitete Auflage, Göttingen: Hogrefe.
- Worden, J. W. (1986). Beratung und Therapie in Trauerfällen. Bern: Huber.
- Wolf, D. D. (1992). Einen geliebten Menschen verlieren – vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer (2. ed.). Neustadt: PAL Verlagsgesellschaft mbH Mannheim
Impressionen:
LIVING LIBRARY ZÜRICH

Living Library steht für persönlich vermitteltes Wissen. Anstelle von Büchern werden Menschen für ein Gespräch «ausgeliehen». Man setzt sich mit dem lebenden Buch an einen Tisch und darf sich während dreissig Minuten zusammen unterhalten. Das lebende Buch hat natürlich das Recht, Gegenfragen zu stellen oder Fragen nicht zu beantworten. Grundsätzlich sind aber alle Fragen erlaubt, auch persönliche
oder kritische.
Auf der «Leseliste» stand ein Adoptivvater, ein Bauer, ein Hare Krishna, ein Tinyhouse-Bewohner, ein Autotuner, ein minderjähriger Flüchtling u.a. Die Gespräche begannen jeweils um: 16.30 Uhr / 17.10 Uhr / 17.50 Uhr / 19.20 Uhr / 20.00 Uhr.
Ab 16.00 Uhr konnten die lebenden Bücher an der Ausleihtheke «gebucht» werden.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Katholischen Kirche Stadt Zürich sowie „ZÜRICH LIEST“
Leitung:
- Simone Isliker und David Gaus, Living Library Zürich
Impressionen:
ANTITYP

Bild: zVg
Autorenlesung / Comic-Show im Rahmen des Buch- und Literaturfestivals «Zürich liest»
Der erste Teil der Trilogie zeigte den Sündenfall und wie Adam in die Erkenntnis biss,
die Menschheit ins Verderben riss,
die sich dann hemmungslos vermehrte,
was in Teil 2 dann Noah störte –
der wünschte sich der ganze Haufen
würde konsequent ersaufen!
Der Held im dritten Teil heisst Paul,
fällt gleich zu Anfang schon vom Gaul,
apostelt durch die Welt,
dann wird der Tod noch überwunden,
schon ist das Christentum erfunden!
Leitung:
- Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Gast:
- Ralf König, deutscher Comicautor und -zeichner
Impressionen:
ETHISCH ENTSCHEIDEN LERNEN
Eigene Werte, ethische Prinzipien und eidg. Abstimmung treffen sich.
Durch die Linse der Justiz-Initiative (eidgenössische Abstimmung vom 28. November 2021) entdeckten Sie (neu) Ihre eigenen Werte, lernten sozialethische Prinzipien anzuwenden und erweiterten Ihr Wissen. So können Sie Ihren eigenen ethischen Abstimmungsentscheid fällen. Diese abwechslungsreiche Tagung bietete Information, Besinnung, Entspannung und Austausch.
Vier Impulse begleiten uns durch den Tag:
Die historische Rolle der Richter. Jonas Sagelsdorff, Historiker, ethik22
Die Perspektive eines Bundesrichters. Giusep Nay, ehem. Bundesrichter und Bundesgerichtspräsident
Machtfaktoren im Schweizer Richtersystem. Mark Livschitz, Lehrbeauftragter an den Universitäten Fribourg und St. Gallen
Die eigenen Werte und sozialethische Wegweiser. Thomas Wallimann, ethik22 und Michael Mann, Pfarramt für Industrie und Wirtschaft
Ein «Gericht» bereichert den Tag
Zur Erleichterung Ihres richtigen Entscheides schicken wir Ihnen vorab per Post die Zutaten für ein «Gericht».
Eine Aufgabe ist das Ziel des Tages
Im Anschluss an die Impulse erarbeiten wir in Kleingruppen Fragen die uns helfen, einen eigenen ethisch begründeten Abstimmungsentscheid zu fällen. Gemeinsam erarbeiten wir Fragen als Abstimmungshilfe, die von den mittragenden Organisationen veröffentlicht werden.
In Kooperation mit:
ethik22
Forum Kirche und Wirtschaft Zug
Justitia et Pax
KAB Schweiz
Pfarramt für Industrie und Wirtschaft BS/BL
MENSCHENHANDEL IM ASYLBEREICH

Bild © Christina Baeriswyl
Menschenhandel existiert – auch in der Schweiz.
Im Rahmen der Schweizer Aktionswoche gegen Menschenhandel machte diese Impulsveranstaltung auf das Thema aufmerksam. Unter Menschenhandel versteht man den Handel von Personen durch die Anwendung unerlaubter Mittel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder zur Entnahme von Körperorganen.
Die Schweiz ist sowohl Ziel als auch Transitland für Opfer von Menschenhandel, auch im Asylbereich. Weil dabei die Verbrechen meist im Verborgenen stattfinden, sind Aufklärung und Sensibilisierung zentral im Kampf gegen Menschenhandel.
Die reformierte und katholische Kirche in Stadt und Kanton Zürich unterstützen das Projekt der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ «Schutz für Opfer von Menschenhandel im Asylbereich». Dieses hat zum Ziel, den Zugang zu spezialisiertem Opferschutz sowie Rechtsschutz für Betroffene zu sichern und die aktuellen Lücken im Opferschutz langfristig durch eine ausreichende staatliche Finanzierung zu schliessen.
An dieser Impulsveranstaltung berichtete die FIZ, wo die Schweiz im Thema Menschenhandel im Asylbereich steht, was sie im Rahmen des Projekts für Betroffene erwirken konnte und welche Hürden noch zu nehmen sind, damit die Betroffenen den ihnen zustehenden vollumfänglichen Opferschutz und den Zugang zum Rechtsschutz erhalten.
Organisation und Moderation:
- Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
- Priska Alldis, Fachstelle Flüchtlinge, Caritas Zürich
- Ivana Mehr, Fachverantwortliche Migration, Ref. Landeskirche Kanton Zürich
Referentinnen
- Franziska Driessen-Reding, Präsidentin Synodalrat, Katholische Kirche im Kanton Zürich
- Lelia Hunziker, Geschäftsführerin FIZ
- Géraldine Merz, Projektleiterin «Schutz für Opfer von Menschenhandel im Asylbereich» FIZ
- Lina Rasheed, Beraterin Betroffene von Menschenhandel FIZ
Impressionen
ETHIK DER ELTERNSCHAFT
Auch wenn die Beziehung zwischen Eltern und Kindern vor allem von Liebe getragen statt von moralischen Normen durchdekliniert sein sollte, stellen sich bei näherem Hinsehen eine Vielzahl von Fragen: Welche Pflichten haben Eltern gegenüber ihren Kindern – und welche die Eltern untereinander? Wie weit geht die reproduktive Autonomie der Eltern gegenüber ihren (ungeborenen) Kindern? Und müssen Kinder sich ihren Eltern gegenüber dankbar zeigen?
Mit diesen und weiteren Fragen hat sich die Philosophin Barbara Bleisch intensiv beschäftigt. Im Gespräch mit ihr und der Journalistin Nicole Althaus haben wir dieses spannende Feld menschlicher Nahbeziehung
aus ethischer Perspektive erkundet.

Bild: zVg
Impressionen
CHARTA PRÄVENTION – EINRICHTEN EINER MELDESTELLE
Prävention vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzüberschreitungen ist eine permanente Aufgabe und muss strukturell verankert sein. Die Organisationen und Institutionen, die sich zur
«’Wir schauen hin!‘ Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen» bekennen, verpflichten sich unter anderem zum Einrichten einer internen, niederschwelligen
Meldestelle.
Der Fachkurs fand am 15. September 2021 statt und aufgrund grosser Nachfrage, wird dieser auch wieder 2022 angeboten.

Bild: zVg
Nichts über uns ohne uns!
Die Schweiz verpflichtet sich, Menschen mit Behinderung ein diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Umsetzung dieser Forderung muss in Zukunft vermehrt mit Einbezug von Menschen mit Behinderung geschehen. Denn Menschen mit Behinderung haben das Recht an öffentlichen Entscheidungsprozessen mitzuwirken, die sie betreffen oder ihr Leben beeinflussen. So steht es in der UNO-Behindertenrechtskonvention.
Damit Menschen mit Behinderung in Zukunft vermehrt als Beratende für die Verwaltung, Organisationen oder im Einsatz für Behindertenrechte kompetent und selbstbewusst tätig sein können, braucht es Grundlagenwissen.
Im Fachkurs wurde mit Fokus auf den Kanton Zürich Grundkenntnisse über politische Strukturen, Behindertenrechte und Behindertengleichstellungspolitik an vier Tagen vermittelt und die Auftrittskompetenz gestärkt.
Aufgrund grosser Nachfrage wird der Kurs auch nächstes Jahr angeboten.
Flyer_Nichts über uns ohne uns!
Angehörige im Strafvollzug
Flyer Angehörige im Strafvollzug
Grundsätzlich richtet sich die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe gegen die verurteilte Person. Aufgrund der sozialen Einbettung sind jedoch immer auch Angehörige davon betroffen. Durch den Justizvollzug werden nicht nur die Täterinnen und Täter bestraft, sondern auch die Personen im sozialen Beziehungsgeflecht. Der stationäre Freiheitsentzug grenzt nach beiden Seiten aus.
Die Inhaftierung einer straffällig gewordenen Person bedeutet für das betroffene soziale Umfeld die Übernahme von Konsequenzen mit zum Teil erheblichen psychischen, sozialen und ökonomischen Belastungen, welche die Angehörigen oft allein bewältigen müssen. Insbesondere für Kinder hat der Wegfall eines Elternteils oftmals gravierende Folgen für deren soziale und emotionale Entwicklung. Weiter fällt auf, dass Angehörige von Strafgefangenen bisher von Öffentlichkeit und Wissenschaft kaum wahrgenommen werden.
An der diesjährigen Tagung der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» wollen wir den bisherigen Stand sowie die Chancen und Herausforderungen der Arbeit mit Anghörigen im schweizerischen Justizvollzug erörtern. Unsere Referentinnen und Referenten betrachten die Thematik aus verschiedenen Perspektiven. Zudem werden mit Podiumsgespräch, Apéro am frühen Abend sowie mehreren Pausen diskursive Begegnungsräume ermöglicht.
Leitung und Moderation
- Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie sowie Mitglied Fachgruppe „Reform im Strafwesen“
- Roger Hofer, Mitglied Fachgruppe „Reform im Strafwesen“
Referate als PDF
- Referat Numa Graa
- Referat Marcel Ruf
- Referat Pascale Brügger und Stephanie Zahnd
- Referat Sophie de Saussure
- Referat Jakob Humm
- Referat Dominik Lehner
- Referat Viviane Schekter
Impressionen
Segen für alle

In der Öffentlichkeit wird derzeit wieder heftig um die Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften durch die katholische Kirche gerungen: Am 15. März 2021 hat die Kongregation für die Glaubenslehre eine diese Möglichkeit aufwerfende Frage negativ beschieden. Als Reaktion darauf haben am 10. Mai 2021 Geistliche im deutschsprachigen Raum gleichgeschlechtliche Paare bei verschiedenen Anlässen gesegnet.
Mithilfe des Sozialethikers Markus Zimmermann (Universität Fribourg) haben wir die theologischen Perspektiven einer konstruktiven Annäherung beider Seiten in dieser festgefahren wirkenden Debatte erkundet.