ZWISCHEN HOFFEN UND BANGEN – IMPFEN UND CORONA

Vermutlich noch nie in der Geschichte hat man derart gebannt auf die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffs geblickt wie im vergangenen Jahr. Und die Wissen­ schaft hat geliefert: Was sonst Jahre, ja Jahrzehnte dauert, konnte im Zuge der Corona­Krise in nicht mal zwölf Monaten abgeschlossen werden. Derzeit dürfen in der Schweiz bereits zwei Wirkstoffe verimpft werden. Weitere sind
in der Entwicklung oder deren Zulassung ist bereits beantragt. Sind die grossen Hoffnungen in diese Impfstoffe etwa auch angesichts der Mutationsfreu­ digkeit, die das Virus jüngst unter Beweis gestellt hat, berechtigt? Wo liegen Leistungen und Grenzen der verschiedenen Wirkstoffe, die mit für den Laien so fremdartig wirkenden Schlagwörtern wie «Vektor» oder «RNA» verknüpft sind? Und wie kann eine gerechte Verteilung der Impfstoffe sichergestellt werden? Ist wenigstens bei bestimmten gesellschaftlichen Gruppen (z. B. den im Gesundheits­ und Pflegebereich Arbeitenden) gar ein Impfobligatorium zu befürworten?

Diese und weitere Fragen haben wir am 9. Februar in der Veranstaltung «Zwischen Hoffen und Bangen: Impfen und Corona» mit zwei Experten diskutiert, dem Virologen Cornel Fraefel und der Ethikerin Tanja Krones.Die nachfolgende Auswahl an Fragen stammt von Teilnehmenden der Veranstaltung. Die Fragen sind thematisch neu gruppiert worden.

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Bild: Pixabay

Impfstoff

GEMEINSAM EINSAM? HOMEOFFICE IN ZEITEN DER CORONA-PANDEMIE

Seit Montag, 18.1.21, ist es in der Schweiz wieder soweit: Homeoffice ist nicht mehr nur ein Recht, sondern eine zivilgesellschaftliche Pflicht. Mit der Umstellung von Büroarbeit zu Homeoffice in der Coronakrise ergeben sich völlig neue Arbeitsumfelder und Lebensumstände. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wird mit der zweiten Welle Homeoffice überall da, wo es umsetzbar ist, zur Arbeitsrealität. 

Was macht das mit den Menschen, wie hat sich durch die Umstellung auf Homeoffice das Wohlbefinden von Arbeitnehmenden verändert?

Prof. Dr. Hartmut Schulze, der promovierte Psychologe, Dozent und Institutsleiter am Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, hat sich in der Forschungsgruppe «Gestaltung flexibler Arbeit» zusammen mit Kolleginnen und Kollegen eingehend mit den Auswirkungen von Homeoffice und mobil-flexibler Arbeit auf unsere Psyche auseinandergesetzt. Er erklärt im Interview welche Auswirkungen Homeoffice auf unsere Psyche und unser soziales Leben haben kann und was Arbeitnehmende und Arbeitgebende im Homeoffice tun können, damit sie seelisch, körperlich und sozial gesund bleiben.

Die Forschungsgruppe «Gestaltung flexibler Arbeit» der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW hat psychologisch fundierte Tipps für das Homeoffice während der Corona-Pandemie erarbeitet.

Die Zusammenstellung finden Sie hier (PDF)

PSYCHOLOGISCH FUNDIERTE TIPPS FÜR DAS HOME OFFICE WÄHREND DER CORONA-PANDEMIE 

 

Wie wird man glücklich? Psychologische und Kulturwissenschaftliche Perspektiven

«Wie wird man glücklich?» – Diese zeitlose Menschheitsfrage lässt sich natürlich bei weitem nicht in einem einfachen Gespräch beantworten oder auch nur in ihrer Tiefe ausloten. Wir möchten aber einmal erkunden, wie neben der Philosophie auch andere Disziplinen mit dieser Frage umgehen: Was bedeutet «Glück» für sie jeweils? Und inwieweit kommen verschiedene Wissenschaften in der Frage, was uns glücklich macht, zu ähnlichen, ja vielleicht sogar einander bestärkenden Ergebnissen? Oder stehen ihre Antworten gar in Konkurrenz zueinander?

Meine beiden Gesprächspartnerinnen sind Gabriela Muri aus dem Fach Empirische Kulturwissenschaft und Lisa Wagner aus der Psychologie. Frau Muri ist Professorin für Populäre Kulturen am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich (UZH) sowie am Departement Soziale Arbeit an der ZHAW und Frau Wagner Postdoktorandin am Psychologischen Institut der UZH, wo sie am Lehrstuhl für «Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik» forscht und den CAS in Positiver Psychologie co-leitet.

Zusammengebracht hat uns eine Einladung des UZH-Magazins zur Frage, was uns glücklich macht. Wir haben dort für die Rubrik «Dreisprung» unsere eigenen Forschungsperspektive auf das Thema eingebracht, ich selbst unter dem Gesichtspunkt der Philosophischen Ethik. 1500 Zeichen inkl. Leerzeichen Platz hatten wir dafür zur Verfügung – aber natürlich gibt es bei solchen Fragen ganz klar Raum für mehr. Dieser Raum soll hier genutzt werden.

von Sebastian Muders 

Wie wird man glücklich? – PDF lesen

 

 

Die Bedeutung der Religion in Krisenzeiten

Ein Gespräch von Gwendolyne Melchinger (Schauspielhaus) mit Béatrice Acklin Zimmermann (Paulus Akademie)

„Was sind wir Menschen!“, ruft Lessings Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, der von einer längeren, Geschäftsreise ins Jerusalem des 12. Jahrhunderts zurückkommt und erfährt, dass seine Tochter Recha während seiner Abwesenheit beim Brand seines Hauses beinahe ums Leben gekommen wäre, wenn sie nicht noch in letzter Minute von einem christlichen Tempelherrn vor den Flammen gerettet worden wäre. „Was sind wir Menschen!“, mag der eine oder die andere in dieser Zeit ausrufen, wo ein kleines Virus die Welt geschlossen in Angst und Schrecken versetzt. Kann mit dieser Ausnahmesituation besser umgehen, wer religiös ist? Welche Antworten geben die Religionen auf die Erfahrungen von Tod, Ohnmacht und Angst? Das Gespräch, das im Zusammenhang mit der Vorstellung „Nathan der Weise“ im Schauspielhaus Zürich geführt wurde, gewinnt angesichts der Krise eine neue Aktualität.

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Bildnachweis
Béatrice Acklin Zimmermann (l), Nik Spoerri
Gwendolyne Melchinger (r),  Schauspiel Stuttgart

 

 

MEDIZINETHIK UND CORONA – PUBLIC HEALTH UND INTENSIVMEDIZIN IN ZEITEN VON COVID-19

Tanja Krones (Foto: Nik Hunger)

Die Entwicklung der vom neuartigen Coronavirus verursachten Pandemie stellt unser Schweizer Gesundheitssystem vor gewaltige Herausforderungen. Hierbei stellen sich zum einen die Frage nach den richtigen Massnahmen auf der Ebene der öffentlichen Gesundheitspflege: Inwieweit hilft ein allgemeines Versammlungsverbot oder die weitgehende Schliessung von Läden und Einrichtungen dabei, die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen? Zum zweiten besteht auf klinischer Ebene die Befürchtung einer Überbeanspruchung der intensivmedizinischen Kapazitäten von Hospitälern, was zur Frage nach dem ethisch angemessenen Umgang mit einer solchen Situation führt. Mit unserer Expertin Tanja Krones, Professorin für Klinische Ethik an der Universität Zürich, sind wir beiden Problemsträngen nachgegangen.

Von Sebastian Muders

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Zeitlinien-Übersicht 

0:04 Begrüssung, Vorstellung der Referentin

1:00: Allgemeine Lage: Die Zahl der Neuinfektionen stabilisiert sich, wie sind die Massnahmen zu bewerten?

3:18: Herdenimmunität und Utilitarismus: Die Kritik an der Politik liberaler Staaten wie Schweden in der Corona-Krise.

7:00: Triage-Richtlinien und Utilitarismus: Lebensjahre oder Leben – was ist im Falle mangelnder Intensivplätze zu maximieren?

13:25: Die Rolle des Alters in den Triage-Richtlinien in Italien und in der Schweiz.

16:10: Die nähere Zukunft: Können wir uns sicher fühlen ob es Rückgangs an Infiziertenzahlen oder müssen wir eine zweite Krankheitswelle fürchten?

21:35: Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in die uns Covid-19 gebracht hat; und inwiefern man als Ethiker wirtschaftliche Kosten gegen die Gesundheit der Bürger in Anschlag bringen darf.

26:43: Welche Rolle spielt neben Utilitarismus und einer rechtezentrierten Theorie wie dem Kantianismus die Beziehungs- oder Care Ethik für die ethische Orientierung in der Corona-Krise?

30:54: Anwendung der Care Ethik auf die Massnahme des Kantons Uri vom 19 März, nach der Über-65-Jährige das Haus kaum noch verlassen dürfen sollten.

35:50: Die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten als Schlüssel zur Bekämpfung der Epidemie. Was ist von Impftests an Freiwilligen ohne vorherige Tierversuche zu halten?

40:19: Wegen noch fehlender, genuin für Covid-19 hergestellter Medikamente wird derzeit vor allem der sog. Off-Label-Use bereits entwickelter Medikamente geprüft; wie lässt sich das beurteilen?

45:37: Ausblick: Gibt es auch Positives zur Covid-19-Krise zu sagen?

 

WIRTSCHAFTLICHE KONKURRENZ UND SOLIDARITÄT

Christliche Werte scheinen unvereinbar mit konstitutiven Elementen der freien Marktwirtschaft zu sein.

Wie lässt sich über den Graben zwischen Wirtschaft und Kirche wie auch Theologie eine Brücke bauen?

Von Stephan Wirz

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„DAS GEHET MEINER SEELE NAH.“ MIT BACH DURCH DIE KRISE

Die Konzertsäle sind leer, die Pandemie hat die Musik im öffentlichen Raum zum Verstummen gebracht. Eine Passionszeit ohne die Passionen von Bach, ein Osterfest ohne das Osteroratorium. Weshalb Musik in den so still gewordenen Zeiten der Krise lebensnotwendig ist.

von Béatrice Acklin Zimmermann

 

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Text hören (gelesen von Béatrice Acklin Zimmermann)

 

Musik: Malin Hartelius, Claudius Herrmann, Christer Løvold

Videoaufnahme: Hanna Nickler, Reformierte Kirche Küsnacht

WAHRHAFTIG NACHHALTIG – GESPRÄCH MIT DR. LUIGI PEDROCCHI

Seit rund 20 Jahren führt Dr. Luigi Pedrocchi die Mibelle Group, eine Gruppe von Unternehmen mit Fokus auf Kosmetika, Hygiene und Gesundheit, die im Besitz von Migros sind. Die Mibelle Group beschäftigt gegenwärtig über 1200 Personen und erzielt mit Standorten in der Schweiz, Frankreich, England, Indien und Südkorea einen Umsatz von über 500 Millionen Franken.

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DAS ENDE DER DEKADENZ, DER BEGINN DER BEVORMUNDUNG? WELCHE LEHREN ZIEHEN POLITIK UND GESELLSCHAFT AUS DER CORONA-KRISE?

Dr. Milosz Matuscheck

Stephan Wirz unterhält sich mit Dr. Milosz Matuschek, Redaktor für Politik, Wirtschaft & Kultur und stellvertretender Chefredaktor „Schweizer Monat“, wie sich unsere Gesellschaft, aber auch die wirtschaftlichen internationalen Vernetzungen durch die Corona-Pandemie verändern werden.

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KRISENTAGEBÜCHER – EIN GESPRÄCH MIT ZEITZEUGEN: Dr. Hans-Jochen Vogel

Die Corona-Pandemie bildet ein für die gegenwärtigen Gesellschaften bis dato unbekanntes Szenario. Ein Virus, das sich in dieser Geschwindigkeit und Radikalität über alle territorialen und politischen Grenzen hinwegsetzt und die Welt geschlossen in Atem hält, übersteigt unseren heutigen Erfahrungshorizont.

Wie erleben das Zeitzeugen von früheren, einschneidenden Krisen? Und lässt sich aus ihrem Umgang damit für unsere Zeit etwas lernen? Ein Gespräch mit dem ehemaligen Spitzenpolitiker Dr. Hans-Jochen Vogel.

Von Béatrice Acklin Zimmermann

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