Rituelles und Liturgisches in Zeiten religiöser Indifferenz?

Für viele Menschen wird Religion immer unwichtiger. Selbst die Annahme, dass letztlich jeder Mensch für die Gottesfrage offen sei und einen tieferen Sinn im Leben suche, lässt sich in der gegenwärtigen Gesellschaft nicht vorbehaltlos bestätigen. Wie kann solche religiöse Indifferenz geöffnet werden? Welche Chance kommt unter diesen Bedingungen rituellem oder gar liturgischem Tun zu? Die römisch-katholische Theologin und Liturgiewissenschaftlerin Birgit Jeggle-Merz diskutierte mit uns ihre Antworten.
Gast
Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz, Professorin für Liturgiewissenschaft an der Universität Luzern und der Theologischen Hochschule Chur
Moderation
Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie
Präsentation
Präsentation Birgit Jeggle-Merz
Flyer
theoLOGE_mit Birgit Jeggle-Merz_Flyer
Impressionen
KUNST UND STILLE

In der Auszeit über Mittag stand in unserem Raum der Stille jeweils ein Kunstwerk im Zentrum. Es lud zur äusseren und inneren Betrachtung ein. Die Kunsthistorikerin Marietta Rohner gab dazu Impulse, die man und frau auf sich wirken lassen konnte.
«Kunst und Stille» bot einen Rahmen, um aufzuatmen und sich von Schönheit berühren zu lassen. Das betrachtete Werk konnte jeweils als Kunstkarte mit in den Alltag genommen werden.
Ich höre die Stille
und öffne mich dem Bild
den Farben
den Formen
der Sinnlichkeit
dem Sinn
Leitung
Marietta Rohner, Kunsthistorikerin mit CAS in Spiritual Care
Flyer
Kunst und Stille_Flyer
WEGE ZUM MITEINANDER

Je gefährdeter der gesellschaftliche Zusammenhalt ist, desto wertvoller sind Organisationen und Initiativen, die schon lange Begegnungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Milieus und Religionen fördern. Zu ihnen zählen die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (IRAS COTIS) und das National Coalition Building Institute (NCBI) Schweiz. Im Werkstattgespräch stellten Rafaela Estermann und Andi Geu die Leitlinien, Ziele und Strategien ihrer Organisationen vor. Sie berichteten, welche Aktivitäten sich in den vergangenen Jahren bewährt haben und mit welchen neuen Herausforderungen sie konfrontiert sind.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit aki, Katholische Hochschulgemeinde Zürich
Gäste
– Rafaela Estermann, Stv. Geschäftsleiterin, IRAS COTIS
– Andi Geu, Co-Geschäftsleiter, NCBI Schweiz
Moderation
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie
– Franz-Xaver Hiestand SJ, Leiter aki Zürich
Flyer
WEGE ZUM MITEINANDER_121124
Impressionen – Fotos: Jasmin Pünchera
WINTERGESPRÄCHE – HOO NAM SEELMANN

Das einzig Verbindende zwischen den Menschen ist letztlich die Anerkennung der Differenz. Mein Gegenüber ist anders als ich, und diese Differenz ist auszuhalten. Diese tiefe Überzeugung bildet die Prämisse der Wintergespräche. In fünf Teilen sprach die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Kunst, Philosophie, Politik, Religion und Wirtschaft über die Frage, wie sich Frieden herstellen und halten lässt. Die fünf unterschiedlichen Perspektiven widerspiegeln, dass eine konstruktive Auseinandersetzung Heterogenität nicht nur aushalten muss, sondern diese geradezu braucht.
SO 08.12.2024, 10.30 bis 12.00 Uhr
Hoo Nam Seelmann, Philosophin, Journalistin und Übersetzerin
Wie die Sprache das Verhältnis zur Welt offenbart
Was bedeutet es für eine Kultur, wenn die Sprache das Wort «Ich» nicht kennt, wie das im Koreanischen der Fall ist? Die gebürtige Koreanerin, studierte Germanistin und promovierte Philosophin Hoo Nam Seelmann arbeitet als Übersetzerin und freie Journalistin mit Schwerpunkt Korea und Ostasien u.a. für die NZZ. Unterwegs in unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, entwickelt sie ein ausgeprägtes Sensorium für Differenz, Expression und Dialog.
Gäste
– Hoo Nam Seelmann, 08.12.24
Gesprächsführung
Jeannette Fischer ist Psychoanalytikerin und Autorin.
Verantwortung
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie
Flyer
Wintergespraeche_Flyer
Nichts ist, wie es scheint
Verschwörungstheorien aller Art zeichnen oft völlig abwegige Weltbilder, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.
Meist gehen sie von den gleichen Grundannahmen aus: Nichts geschieht aus Zufall, sondern folgt immer einem Plan, hinter dem mut- und böswillige Drahtzieher stecken; nichts ist so, wie es scheint; und alles ist irgendwie miteinander verbunden.
Historisch gesehen sind Verschwörungstheorien kein neues Phänomen, nur haben sozialen Medien die Verbreitung von Verschwörungstheorien beschleunigt.
Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien? Welche Gefahren – und welchen Nutzen – bergen sie? Wie argumentieren Verschwörungstheoretiker? Und (wie) sollten wir als Gesellschaft gegen sie vorgehen?
Gast
Dr. Sebastian Schmidt, Postdoktorand am Philosophischen Seminar der Universität Zürich
Leitung und Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Präsentation
Verschwörungstheorien_Präsentation
Demenz und der Verlust des Selbst
Demenz ist für viele ein Schreckgespenst: Derzeit unheilbar und todbringend, ist die Diagnose mit grossen Herausforderungen für Betroffene wie Angehörige verbunden. Neben der Angst vor Abhängigkeit und Kontrollverlust stellt für die Erkrankten vor allem der Abbau der geistigen Fähigkeiten sowie der Verlust des Erinnerungsvermögens eine enorme Belastung dar: Noch vor dem Tod des Organismus scheint der Verlust der Persönlichkeit zu beklagen zu sein. Welche Perspektiven kann man Erkrankten und deren Angehörigen aus therapeutischer, ethischer und seelsorglicher Sicht bieten? Und welchen Ausblick eröffnet die derzeitige Forschung?
Gäste
– Susanne Altoè, Co-Präsidentin des Berufsverbands Seelsorge im Gesundheitswesen BSG, Spital- und Klinikseelsorgerin
– Irene Bopp-Kistler, Geriaterin und ehemalige Leiterin der Memory-Klinik, Waidspital Zürich
– Paul Hoff, Präsident der Zentralen Ethikkommission der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften
Moderation
– Sebastian Muders, Paulus Akademie
– Sabine Zgraggen, Leiterin Fachstelle der katholischen Spital- und Klinikseelsorge des Kantons Zürich
Kunst und Stille
In den Auszeiten über Mittag stand in unserem Raum der Stille jeweils ein Kunstwerk im Zentrum. Es lud zur äußeren und inneren Betrachtung ein. Die Kunsthistorikerin Marietta Rohner gab dazu Impulse, die man und frau auf sich wirken lassen konnten.
«Kunst und Stille» bot einen Rahmen, um aufzuatmen und sich von Schönheit berühren zu lassen. Das betrachtete Werk konnte jeweils als Kunstkarte in den Alltag mitgenommen werden.
Ich hörte die Stille
und öffnete mich dem Bild
den Farben
den Formen
der Sinnlichkeit
dem Sinn
Leitung
Marietta Rohner, Kunsthistorikerin mit CAS in Spiritual Care
Flyer
Kunst und Stille_2024
«Und welcher Beziehungstyp bist Du?»

Der Mensch hatte schon immer ein angeborenes Bedürfnis nach stabilen Beziehungen. Als besonders bedeutsam galt die Paarbeziehung. Sie musste zunächst aufgebaut, dann gefestigt und im Laufe der Zeit weiterentwickelt werden. Dabei prägte das individuelle Bindungsmuster die Art und Weise, wie sich Menschen in ihre Partnerschaft einbrachten. Dieses Muster trat besonders in stressigen Momenten einer Beziehung zutage und zeigte, ob jemand eher mit Flucht, Angriff oder Rückzug reagierte.
Doch was verstand man eigentlich unter Bindung, welche Bindungsmuster und -typen gab es, und wie entstanden sie? Welche Dynamiken spielten sich zwischen den verschiedenen Bindungstypen ab, und wie konnten Menschen lernen, auch in herausfordernden Belastungszeiten sicher miteinander verbunden zu bleiben?
Die renommierte Paartherapeutin Andrea Seiferth erklärte die Grundlagen und Bedeutung der Bindung für Beziehungen. In anschließenden Workshops mit Paarberaterinnen und Paarberatern konnten die Teilnehmer dieses Wissen vertiefen und auf sich und ihre Beziehungen anwenden. Unabhängig von der Beziehungsform erhielten sie die Möglichkeit, ihr Liebesleben mit neuen Impulsen zu bereichern.
Leitung und Moderation
– Robert Büchel-Thalmaier und Belinda Daniele, Paarberatung & Mediation Kanton Zürich
– Sylvia Sperka, paarbildung
– Dana Sindermann, Paulus Akademie
Mit freundlicher Unterstützung von Katholisch Stadt Zürich
ANDERS:SEHEN – RELIGION UND KUNST IM GESPRÄCH

HEAVENLY BODIES oder THE BEAUTY OF DIVERSITY
Was, wenn wir fürs Mal die Perspektive wechseln? Und bei (post-)modernen und (post-)säkularen Pop Art und Body Art Künstler:innen wie Andy Warhol, Joseph Beuys, Marina Abramović, Miriam Cahn und Tracey Rose in die Schule gehen. Und uns ihrem Werk aussetzen, in welchem sie ikonographische Topoi und Motive der christlichen Erinnerungskulturen transformieren und adaptieren. Diese Bilderwelten nicht vorschnell als blasphemisch abzuwerten, sondern sie stattdessen als Eyeopener zu begreifen: das ist das Ziel dieser Reihe anders:sehen.
Voll ist er, der katholische Heiligenhimmel. Und bunter und vielfältiger als wir vielleicht glauben wollen. Die zeitgenössischen Diskurse über Körper, Geschlecht und Diversität haben Künstler:innen inspiriert, biblische Gestalten ebenso wie traditionelle Heilige neu zu sehen und zu lesen. Der Heilige Sebastian ist einer davon. Wir haben an diesem letzten Abend den Wandel des Sebastianbildes vom römischen Soldaten und Märtyrer hin zur queeren Ikone der Gegenwart nachvollziehen. Dass dabei auch der ehemalige Box-Weltmeister Cassius Clay, später Muhammad Ali (1942–2016), eine Rolle spielen wird, war für die meisten eine Überraschung.
Dozentin
Elke Pahud de Mortanges, Theologieprofessorin und Dozentin für Fragen rund um Kunst, Kultur und Geschlecht; elkepahuddemortanges.com
Leitung
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie
– Matthias Berger, Präsident der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche (SSL)
Flyer
anders-sehen
FILMS FOR FUTURE

Freitag, 22. November 2024
UNSER TÄGLICH FLEISCH
Von Gülle, Jobs und Umweltschäden
Im Luzernischen Hohenrain leben fünf Mal mehr Schweine als Menschen. Der Report vom Schweinegürtel zeigt die Ambivalenz der Fleischproduktion: Umsatz versus Umweltschäden. Dabei führte uns die Geschichte von Ferkel 6003 eindringlich die Folgen des hiesigen Fleischkonsums von einem Kilo pro Woche und Person vor Augen.
Talkgast
Karin Bauer, Dokumentarfilmerin & Regisseurin von „Unser täglich Fleisch“, SRF
Moderation
Sebastian Muders, Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
HOLY SHIT
Vom Wert unserer Hinterlassenschaften
Was geschieht mit der Nahrung, die wir verdauen, nachdem sie unseren Körper verlassen hat? Ist es Abfall, der weggeworfen wird, oder eine Ressource, die wiederverwendet werden kann? Auf der Suche nach Antworten begibt sich der Regisseur Rubén Abruña auf eine investigative und unterhaltsame Suche durch 16 Städte auf vier Kontinenten.
Talkgast
Elena Pedrazzoli, Produzentin des Films, Peacock Film
Philipp Markus, Umweltingenieur, Vorstandsmitglied VaLoo
Moderation
Sebastian Muders, Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
Samstag, 23. November 2024
OECONOMIA
Kapitalismus kapieren
Irgendwas läuft gehörig schief in unserem Wirtschaftssystem. Aber was? Das will die Regisseurin Carmen Losmann verstehen. Entschieden und behutsam dringt sie in die strategischen Schaltstellen neoliberaler Politik vor. Dort trifft sie international bedeutende Insider aus dem Banken- und Finanzsektor, die aber auf viele ihrer Fragen keine Antwort wissen. Doch die Regisseurin bleibt dran und legt ein System offen, das in seinen entfesselten Auswüchsen nicht mal mehr Experten durchschauen.
Gäste
– Carmen Losman, Regisseurin des Films Oeconomia und Work Hard, Play Hard
– Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Autor des Buches Der Wachstumszwang
Moderation
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie
FEMINISM – WTF
Was zum Teufel ist Feminismus?
Die Frauenbewegung ist die erfolgreichste soziale Bewegung des 20. Jahrhunderts. Derweil haben sich unterschiedlichste Strömungen im Feminismus entwickelt. Diese rollt der Dokumentarfilm Feminism – What the Fuck wortstark und bildgewaltig auf. Ob es um das Aufbrechen von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen geht, oder um die Bildung einer solidarischen Gesellschaft der Vielen – wir diskutierten die Anliegen des Feminismus mit der LGBTQ-Aktivistin Anna Rosenwasser und der Geschlechterforscherin Anna Hartmann.
Gäste
– Anna Rosenwasser, LGBTQ-Aktivistin, Autorin und Nationalrätin
– Anna Hartmann, Geschlechterforscherin an der Uni Regensburg
Moderation
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Verein films for future
Mit freundlicher Unterstützung von Katholisch Stadt Zürich
Flyer
Films for Future


