Brot und Gesetze brechen

Was bedeutet es, sich im 21. Jahrhundert für die radikale Nachfolge Jesu zu entscheiden? Mit dieser Frage beginnt das Porträt über Martha Hennessy – einer ungewöhnlichen, tiefgläubigen Frau, die in ständiger Suche nach ihrem Beitrag für eine  gerechtere, befreite Gesellschaft ist. Der Dokumentarfilm von Cristina Yurena Zerr porträtiert die Aktivistin Martha Hennessy, die Enkeltochter der katholischen Pazifistin und Gründerin der Catholic-Worker-Bewegung Dorothy Day. Wie die Grossmutter  kämpft sie in Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Atomwaffen.

Gäste
– Cristina Yurena Zerr, freischaffende Filmemacherin
– Jakob Frühmann, Lehrer, Autor, Aktivist bei SeaWatch und zusammen mit Cristina Yurena Zerr Herausgeber des Buches «Brot und Gesetze brechen. Christlicher Antimilitarismus auf der Anklagebank»

Leitung und Moderation
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
– Esther Gisler Fischer, Pfarrerin, Redaktorin Zeitschrift Neue Wege – Religion Sozialismus Kritik

Eine Kooperation mit der Zeitschrift Neue Wege und der Religiös-Sozialistischen Vereinigung der Deutschschweiz RESOS

Flyer
230628_Brot und Gesetze brechen

 

Kulturelle Biographien

Franziska Driessen teilte mit uns ihre Playlist und erzählte, welche Musik sie geprägt hat. Was hörte sie, wenn sie gute Laune hatte? Und womit vertreibte sie einen Frust? Im lockeren Talk mit Thomas Binotto und begleitet von ihrer Musik gibt Franziska Driessen zu ihrem Abschied als Synodalratspräsidentin einen überraschenden Einblick in ihre Biographie – eine einmalige Gelegenheit, eine der bekanntesten Kirchenfrauen der Schweiz von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.

Gast
Franziska Driessen-Reding, Präsidentin des Synodalrates der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Thomas Binotto, Redaktionsleitung Forum

Flyer
230622_Kulturelle Biographien

theoLOGE – Die Kirchenhistorikerin als Detektivin

Am Mittwoch den, 21. Juni 2023 fand die Veranstaltung statt.

Als Kirchenhistorikerin interessiert sich Angela Berlis für historische Personen, die in eine Spirale des Vergessens hineingeraten sind: Manche wurden buchstäblich verketzert, andere für verrückt erklärt. Nur eine beharrliche detektivische  Arbeit ermöglicht es, solchen Menschen auf die Spur zu kommen und sie in die (Kirchen-)Geschichtserzählung zurückzuholen.

Was fasziniert an dieser Arbeit? Warum ist sie wichtig? Dies sind Fragen, denen die theoLOGE diesmal im Gespräch mit der christkatholischen Priesterin, Theologin und Kirchenhistorikerin nachgeht.

Gast
Prof. Dr. Angela Berlis, Professorin für Geschichte des Altkatholizismus und Allgemeine Kirchengeschichte an der Universität Bern

Moderation
Veronika Bachmann, Paulus Akademie, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion

Flyer der Veranstaltung
230621_theoLOGE_Die Kirchenhistorikerin als Detektivin

Mit der theoLOGE lädt die Paulus Akademie zum Gespräch mit Theologinnen und Theologen ein, die in akademischer Forschung und Lehre tätig sind. Jeder Anlass ist einer Person und einem Thema gewidmet.

Beziehung und Sexualität

 

Glückliche Paare streiten nicht weniger, aber anders. In diesem Seminar erhalten Sie Inputs, wie Sie in Ihrer mehrjährigen Beziehung wieder fairer streiten und Ihre Sexualität genussvoller gestalten können. Anhand konkreter Beispiele  und Handlungsmöglichkeiten werden Sie dazu eingeladen, Ihre Beziehung für sich zu reflektieren und durch kleine Veränderungen mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft zu erlangen

Programm
18.30 bis 19.30 Uhr
– Was macht eine glückliche Beziehung aus?
– Streiten, aber richtig
19.30 bis 20.00 Uhr Pause mit Verpflegung
20.00 bis 21.00 Uhr
– Sexualität in mehrjährigen Beziehungen
– Raum für Fragen

Zielpublikum
Erwachsene Personen in mehrjährigen Beziehungen

Leitung
Raffaella Carrer, Sexual- und Paartherapeutin

Flyer
230605_Beziehung und Sexualität_Partnerschaft_def

Von Kloster bis Kommune

Am Dienstag den, 30. Mai 2023 fand die Veranstaltung statt.

Die Menschheit verbrauchte mehr nachwachsende Ressourcen, als die Erde zur Verfügung stellte. Auch traditionell christlich geprägte Länder trugen überdurchschnittlich zur Erdüberlastung bei. Das überraschte insofern, als Orientierung am Gemeinwohl, Solidarität und Verzicht zum Kern biblischen Glaubens und christlicher Ethik gehören. Auch die spezifisch christliche Lebenspraxis wie gemeinschaftliches Wohnen im Kloster oder sozialpolitisch-diakonische Tätigkeit  kirchlicher Vereine waren und sind auf nachhaltiges Zusammenleben der Menschen und eine gerechte Verteilung von Ressourcen ausgerichtet.

Im ersten Band der neuen Reihe «Zürcher Zeitzeichen» (Edition NZN bei TVZ) zeigen die Autorinnen und Autoren theologische Grundlagen auf, präsentieren Projekte und stellen Handlungsperspektiven vor.

Weitere Infos zum Buch VON KLOSTER BIS KOMMUNE 
https://www.tvz-verlag.ch/buch/1575-9783290202316/?page_id=2

Tobias Grimbacher, Synodalrat, Katholische Kirche im Kanton Zürich, zur neuen Buchreihe „ZÜRCHER ZEITZEICHEN“
https://www.zhkath.ch/…/alles-auf-nachhaltig-neue…

Gäste
– Alex Martinovits Wiesendanger, Projektleiter, Fachstelle «Gesellschaft und Raum», Stadtentwicklung Stadt Zürich
– Andrea Meier, offene kirche bern & Wohnbaugenossenschaft Warmbächli, Bern
– Kevin Ischi, Projektleiter Nachhaltigkeit, Katholische Kirche im Kanton Zürich
– Noemi Honegger, wissenschaftliche Mitarbeiterin & Doktorandin, Institut für Sozialethik ISE, Universität Luzern
– Stefan Salzmann, Fachexperte Klima- & Energiepolitik, Fastenaktion

Moderation
– Tobias Grimbacher, Synodalrat, Katholische Kirche im Kanton Zürich
– Susanne Brauer, Bereichsleiterin Soziales & Bildung, Katholische Kirche im Kanton Zürich
– Detlef Hecking, Theologe, Herausgeber des Buches im Auftrag der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Flyer
230530_Von Kloster bis Kommune_Online

Zwischen Anerkennung und Imagepflege

 

Seit Black Lives Matter hat das Thema Diversität in Unternehmen enorm an Bedeutung gewonnen. Kulturelle Vielfalt soll für den Unternehmenserfolg und die Reputation nutzbar gemacht werden. Auch Marketingkampagnen springen auf das Thema auf, indem sie bunte Bildchen mit gemischten Teams präsentieren.

Was aber macht echte, gelebte Diversität in Unternehmen aus? Was sind Chancen und Herausforderungen der kulturellen Vielfalt für Mitarbeitende, Unternehmen und unsere Gesellschaft?

Gäste

  • Judith Renevey, Gründerin und Geschäftsführerin von open:wise, Unternehmensberatung im Bereich Diversity & Inclusion
  • Pierina Bossert, Head of Social Media & Content der xeit GmbH, Online-Marketing- und Social-Media-Agentur
  • Dr. Henri-Michel Yéré, Diversity & Inclusion Consultant und Historiker an der Universität Basel

Leitung und Moderation
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Stadt Zürich Kultur

Material

  • Interview mit Henri-Michel Yéré zum Umgang mit kultureller Vielfalt in der Neuen Zürcher Zeitung: Link
  • Artikel von Ijoma Mangold in „Die Zeit“ zum Diversity-Konformismus:  Link
  • Blog von Dana Sindermann zum Thema Diversity Marketing: Link

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Flyer_Zwischen Anerkennung und Imagepflege

Impressionen

Lunch & Lecture – Brainfood zum Zmittag

Die Digitalisierung hat inzwischen alle Bereiche unseres Lebens erreicht und ist somit auch in der religiösen Sphäre angekommen. In den sozialen Medien tritt mit den sogenannten Sinnfluencer*innen eine neue Gruppe christlicher  Leaderfiguren in Erscheinung: Christinnen und Christen, die regelmäßig über ihren persönlichen Glauben posten, von Erfahrungen mit Gott erzählen und ihren religiösen Lebensstil vorführen. Damit gewinnen sie viele, vor allem junge  Followerinnen und Follower. Wer genau sind diese christlichen Influencer*innen? Was macht ihren Erfolg aus? Und wie prägt dieses Phänomen christliche Glaubensformen?

Gast
Julia Müller, MA, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, UFSP «Digital Religion(s)», Universität Zürich

Leitung und Moderation
PD Dr. Veronika Bachmann, Paulus Akademie
Dr. Reik Leiterer, Universität Zürich

In Kooperation mit dem Center of Lifelong Learning Universität Zürich und Lilly Jo

Flyer
230510_Flyer_L&L_OHMYGOD

Religion & Literatur – Dichtung, die mit Gott ringt

Am Mittwoch, 09. Mai 2023 fand die letzte Veranstaltung der Reihe Religion und Literatur statt.

Religionskritik in der Lyrik? Als Seismographen ihrer Zeit stellten auch Lyrikerinnen und Lyriker die Gottesfrage: Gibt es Gott überhaupt? Kann es Gott so geben, wie man ihn traditionell denkt? Religionskritik ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, immer mehr zum Mainstream geworden; in der Lyrik manifestiert sich diese Kritik weniger in harschem Atheismus, sondern sucht ihren Ausdruck in vielfältigen Formen, die feinfühlig inneren Stimmen folgen.

An vier Abenden werden Stationen einer solchen Gottesentfremdung anhand exemplarischer Gedichte beleuchtet. Das Spektrum reicht von der Befreiung von vermeintlich überholten Gottesvorstellungen und der Verdrängung der Religion durch die Kunst bis zur radikalen Gottesanfrage durch die Schoa. Stellvertretend für diese Positionen stehen Goethe, Rilke, Benn und Paul Celan. Die Lyrikerinnen Nelly Sachs, Rose Ausländer und Hilde Domin wagen hingegen ihr trotziges «Dennoch».

Hilde Domins «Abel steh auf» und Rose Ausländers «Hoffnung»
Auch Hilde Domin, deren Name bewusst an die Dominikanische Republik anklingt, die Insel ihres Exils, verlor ihre Eltern als Folge der Nazidiktatur. Ihre Wunde brach vollends auf, als sie kurz vor dem Wiedersehen mit ihrer Mutter nach langer Trennung von deren Tod erfuhr. Das Schlüsselwort der kämpferischen Heidelberger Dichterin ist «Dennoch». «Nicht müde werden» lässt uns aufs Wunder hoffen, und mit «Abel steh auf» schreibt sie sozusagen die Bibel um. Auch  Rose Ausländer, die wie Paul Celan aus Czernowitz stammt, aber 19 Jahre älter als dieser war, wurde eine Lyrikerin mit großer Strahlkraft. Von Theodor Adornos Diktum, man könne nach Auschwitz keine Gedichte mehr schreiben, liess sie sich nicht beirren.

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Flyer_Religion & Literatur

Religion & Literatur – Dichtung, die mit Gott ringt

Religionskritik in der Lyrik? Als Seismographen ihrer Zeit stellen auch Lyrikerinnen und Lyriker die Gottesfrage: Gibt es Gott überhaupt? Kann es Gott so geben, wie man ihn traditionell denkt? Religionskritik ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, immer mehr zum Mainstream geworden; in der Lyrik manifestiert sich diese Kritik weniger in harschem Atheismus, sondern sucht ihren Ausdruck in vielfältigen Formen, die feinfühlig inneren Stimmen folgen.

An vier Abenden werden Stationen einer solchen Gottesentfremdung anhand exemplarischer Gedichte beleuchtet. Das Spektrum reicht von der Befreiung von vermeintlich überholten Gottesvorstellungen und der Verdrängung der Religion durch die Kunst bis zur radikalen Gottesanfrage durch die Schoa. Stellvertretend für diese Positionen stehen Goethe, Rilke, Benn und Paul Celan. Die Lyrikerinnen Nelly Sachs, Rose Ausländer und Hilde Domin wagen hingegen ihr trotziges «Dennoch».

DI 2.5.2023 – Paul Celans «Gelobt seist Du, Niemand» und Nelly Sachs’ «Chor der Geretteten»
Der in Czernowitz, also in der heutigen Ukraine aufgewachsene Paul Celan verlor seine Eltern in der Schoa, zog nach Paris und dichtete zeitlebens in der Sprache der Mörder seiner Eltern. Seine Gedichte sind das Kaddisch (jüdisches Totengebet) eines – scheinbaren? – Atheisten. Mit der «Todesfuge» schuf Celan ein Jahrhundertgedicht; «Gelobt seist du, Niemand» stellt unerbittlich die Frage nach der Abwesenheit Gottes in Auschwitz. Dennoch oder gerade deshalb  verwendet Celan in seinen Texten auffällig oft religiöse Motive. Mit der Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs verbindet ihn eine tiefe, aber schwierige Freundschaft: Celans Begegnung mit Sachs in Zürich offenbart ihren grundsätzlich  unterschiedlichen Umgang mit der Schoa.

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Flyer_Religion & Literatur

Ethics of Resistance – Zwei Frauen als universelle Vorbilder

Am Donnerstag, 20. April 2023 fand die Veranstaltung statt.

Das Referat von Christopher Clohessy behandelte den Widerstand zweier Frauen – Fatima und Zaynab – gegen Kräfte der Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Sie dienten als Vorbilder für alle Männer und Frauen, unabhänig davon, ob sie religiös waren oder nicht. Wir alle müssen täglich, selbst in kleinen Angelegenheiten, ethische Entscheidungen treffen, die uns manchmal lähmen könnten.

Wenige von uns werden dazu aufgerufen, Ungerechtigkeit auf der Weltbühne zu bekämpfen, aber jeder Mensch erlebte „Momente von Kerbala“, in denen richtige und mutige Entscheide von uns verlangt werden. Die zwei Frauen werden im Vortrag aus dem rein religiösen Kontext herausgelöst und als universelle Vorbilder für die Menschheit beleuchtet.

Christopher Clohessy ist katholischer Priester, geboren und aufgewachsen in Südafrika. Er hat einen Bachelor of Sacred Theology der Päpslichen Universität Urbaniana in Rom und einen PhD des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom.  Zurzeit ist er Fakultätsmitglied am PISAI und lehrt zu schiitischen Islamstudien, Koranstudien, islamischer Ethik und christlich-muslimischem Dialog. Er ist Gastdozent am Päpstlichen Beda-Kolleg und hält dort Vorlesungen zu Fundamentaltheologie, Ekklesiologie, Islam und Mariologie.

Der Vortrag war auf Englisch. Es lag eine deutsche Übersetzung auf.

Nach dem Anlasss wurde ein kleines Abendessen offeriert, zu dem alle Teilnehmenden eingeladen waren.

Veranstalterin:
Lineh – Organisation für Kultur und Kinder