Lebenslänglich

Rolf Stieber hatte es viele Jahrzehnte mit Menschen zu tun gehabt, die die Gesellschaft zu den Letzten gemacht hat, die sich vielleicht sogar selbst als die Letzten angesehen haben. Stieber hat sie zu den Ersten seiner Aufmerksamkeit und seiner Sorge gemacht. Er hat viele Jahre mit denen gearbeitet, bei denen es sich nach allgemeiner Ansicht am wenigsten lohnt.
Das Buch enthält bewegende Berichte von Begegnungen. Stieber begegnet den Gefangenen respektvoll und höflich. Zu dieser Höflichkeit gehört auch die Distanz, die er zu den Gefangenen hat. Er ist nicht einer von ihnen, er hat einen Schlüssel zum Gefängnis und kann es jederzeit verlassen. Aber er ist auf ihrer Seite.
Eine Veranstaltung unter dem Patronat von Katholisch Stadt Zürich im Rahmen des Buchfestivals Zürich liest.
Gäste
– Rolf Stieber, Gefängnisseelsorger und Autor
– Dr. Frank Stüfen, Verlag für Gefängnisseelsorge
Leitung
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
Flyer
251024_Lebenslänglich
Schnee von gestern?

Noch bis zum 19. Jahrhundert wälzten sich mächtige Gletscher als Überbleibsel der „Kleinen Eiszeit“ in die Täler vor. Heute beobachten wir ein rasantes Abschmelzen: die Gletscherzungen ziehen sich in höher gelegene Gebiete zurück. Auf einer Zeitreise vom frostigen Glanz vergangener Jahrhunderte bis zu den ökologischen Kipppunkten unserer Gegenwart blicken wir insbesondere auf die Schweizer Alpen als Schauplatz dramatischer Klimageschichten. Dabei analysierten wir die derzeitige Lage anhand aktueller Forschungsergebnisse und ordneten diese in den globalen Kontext ein.
Gäste
Dr. Samuel Nussbaumer, Geographisches Institut, Universität Zürich
Moderation
Sebastian Muders, Leiter Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Center for Lifelong Learning der Universität Zürich
Präsentation Samuel Nussbaumer
Nussbaumer2025_PaulusAkademie
Geistig-Fit-Club

Geistige Fitness ist ebenso wichtig wie körperliche – sie verdient unsere gezielte Aufmerksamkeit.
Eine Stärkung der geistigen Fitness ermöglicht uns beispielsweise, möglichst lange selbständig zu bleiben, kognitiven Einschränkungen vorzubeugen, das seelische Wohlbefinden zu stärken, den sozialen Austausch zu fördern und generell am Leben teilzuhaben. Dies hilft, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen – und das in jedem Alter!
Damit unser Gehirn leistungsfähig bleibt, braucht es vor allem Freude am Lernen, den Mut, Neues auszuprobieren und ein gezieltes und angemessenes Training.
In diesem Workshop, dass an 3 Nachmittagen durchgeführt wurde, lernten die Teilnehmenden wie sie ihr Gehirntraining optimal aufbauen, sich selbst motivieren und welche Übungen für sie sinnvoll sind. Bei uns lernten sie in angenehmer Atmosphäre, mit Abwechslung und ohne Leistungsdruck, wobei der gegenseitige Austausch und Spiel und Spass nicht zu kurz kamen.
Inhalt
– Was ist geistige Fitness?
– Wichtige Faktoren, die die geistige Fitness beeinflussen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Flexibilität.
– Erfolgversprechende und weniger erfolgreiche Methoden zur Förderung der geistigen Fitness.
– Der wichtige Grundsatz, die Motivation und Freude an Neuem zu fördern.
Ziele
– Grundlegendes Wissen zur geistigen Fitness.
– Praktische Tipps und Übungen zur Steigerung der eigenen geistigen Fitness.
– Sich mit eigenen Fragen und Themen einbringen und mit anderen Teilnehmenden austauschen.
Daten
Teil 1 – MI 24.9.2025
Teil 2 – MI 8.10.2025
Teil 3 – MI 22.10.2025
Leitung
– Norman Wunderle, Fachpsychologe FSP, ehemals Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie FH
– Dr. Katja Margelisch, Psychologin FSP
– Dr. Caroline Krüger, Leiterin Fachbereich Diversität und Teilhabe, Paulus Akademie
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung geistiger Fitness
Seelsorge am Wendepunkt

Gesellschaft und Gesundheitswesen sind gegenwärtig in einem starken Wandel: Die Seelsorge in Gesundheitsinstitutionen steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Mit neuen Strukturen – wie einem Berufsverband, einer nationale Koordinationsstelle (SBK/EKS) und innovativen Anstellungsmodellen reagieren die klinischen Seelsorgerinnen und Seelsorger auf die neuen Anforderungen.
Doch was erwarten Patientinnen und Patienten und ihre Angehörige heute eigentlich von der Seelsorge? Zwei repräsentative Studien geben erstmals umfassende Einblicke in Erfahrungen und Wünsche der Schweizer Bevölkerung. Sie geben Hinweise, wohin sich die Seelsorge entwickeln kann und welche Weichen heute gestellt werden sollten. Wir diskutierten aufbauend darauf, was sich an ihr ändern muss, um auch in Zukunft relevant zu bleiben.
Gäste
– Annina Hess-Cabalzar, Präsidentin des Vereins „Akademie Menschenmedizin“ und Psychotherapeutin
– Pfrn. Christina Huppenbauer, Leiterin Spezialseelsorge der reformierten Kirche im Kanton Zürich
– Dilek Ucak-Ekinci, forscht zum Thema „Grundlagen und Konzepte für eine islamische Seelsorge in Schweizer Spitälern“
– Sabine Zgraggen, Dienststellenleiterin katholische Spital- und Klinikseelsorge im Kanton Zürich
Moderation
– Sebastian Muders, Paulus Akademie
– Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care, Universität Zürich
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Spiritual Care, Universität Zürich
Flyer
251021_Seelsorge am Wendepunkt_Flyer
Simon Peng-Keller, Jörg Schneider, Fabian Winiger, David Neuhold, Empirische Grundlagen zur Weiterentwicklung klinischer Seelsorge. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in der Schweiz, in: Spiritual Care 13 (2024), 2-13; open access: https://doi.org/10.1515/spircare-2023-0068

Kunst und Stille

In der Auszeit über Mittag stand in unserem Raum der Stille jeweils ein Kunstwerk im Zentrum. Es lud zur äusseren und inneren Betrachtung ein. Die Kunsthistorikerin Marietta Rohner gab dazu Impulse, die man und frau auf sich wirken lassen konnte.
«Kunst und Stille» bot einen Rahmen, um aufzuatmen und sich von Schönheit berühren zu lassen. Das betrachtete Werk kann jeweils als Kunstkarte in den Alltag mitgenommen werden.
Ich höre die Stille
und öffne mich dem Bild
den Farben
den Formen
der Sinnlichkeit
dem Sinn
Leitung
Marietta Rohner, Kunsthistorikerin mit CAS in Spiritual Care
Die Auszeiten konnten einzeln und ohne Anmeldung besucht werden.
Deus Ex Machina

In ihrem neuen Buch „Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und die menschliche Sinnsuche“ (Herder, 2025) fragt die Theologin, Philosophin und Medienethikerin Claudia Paganini nach der Vergöttlichung Künstlicher Intelligenz (KI) im dritten Jahrtausend. Sie argumentiert, dass sich klassische Gottesattribute wie Allgegenwart, Allwissenheit und Allmacht in überraschender Weise in heutigen Erwartungen und Hoffnungen an KI-Systeme widerspiegeln: Menschen nutzen KI zunehmend nicht allein bei Alltagsfragen, sondern auch zur Sinnsuche. Ist das Gottesreich auf Erden damit unverhofft angebrochen? Läuft Religion fortan ins Leere? Über diese und weitere Fragen sind wir mit der Autorin ins Gespräch gekommen.
In Kooperation mit dem aki, katholische Hochschulgemeinde Zürich und mit freundlicher Unterstützung von Katholisch Stadt Zürich
Gast
PD Dr. Claudia Paganini, Theologin und Philosophin, Universität Innsbruck
Leitung / Moderation
– Sebastian Muders, Paulus Akademie
– Paul Ludigs, aki, katholische Hochschulgemeinde Zürich
Präsentation PD Dr. Claudia Paganini
Folien_Deus Ex Machina
Wiborada

Was treibt eine Frau an, sich am Rand von St. Gallen in eine Klause zurückzuziehen, sich für den Rest ihres Lebens auf 10m² Lebensraum zu beschränken und ohne Sonnenlicht in kalten Mauern zu bleiben? Lässt sich daraus heute – 1100 Jahre später – noch Sinn gewinnen?
Mit ihrer Erzählperformance über die frühmittelalterliche Heilige umkreist Moni Egger, Märchen- und Bibelerzählerin sowie promovierte Theologin, diese Fragen. Legendarisch Überliefertes und historisch Belegtes fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, das Wiborada als eigenständige Frau ausweist, deren Stärke in der Reduktion liegt: Je klarer sie die Grenze zwischen sich und der Welt zieht, desto klarer ist ihr Blick für das Geschehen in der Welt und dafür, was die Menschen bewegt.
Ein Projekt im Rahmen von Wiborada 2021-2026.
Flyer
250924_Wiborada
Esskultur bewegt!

Auf der diesjährigen ökumenischen Impulsveranstaltung erkundeten wir den Weg unserer Nahrung von der Aussaat bis zum gemeinsamen Mahl. Wir entdeckten die spirituelle Dimension des Selbstanbauens, tauschten praktische Tipps zur nachhaltigen Zubereitung aus und vertieften uns in die reichhaltige christliche Tradition der Tischgemeinschaft. Dabei verbindeten wir theologische Impulse mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für einen achtsamen Umgang mit unseren Ressourcen. Die Teilnnehmerinnen liessen sich inspirieren von der Kraft gemeinsamen Gärtnerns, Kochens und Feierns – über konfessionelle Grenzen hinweg.
Gäste und Impulse
– Debora Feldmann, Reformierte Kirchgemeinde Bubikon
– Ingrid Jahrl, Departement für Agrar- und Ernährungssysteme, FiBL
– Philipp Schreier, Leiter der Region Zürich/Aargau, Schweizer Tafel
– Repräsentanten aus Kirchgemeinden mit Praxisberichten
Leitung/Moderation
– Sebastian Muders, Paulus Akademie
– Lars Simpson, Christkatholische Kirchgemeinde Zürich
– Markus Staudinger, Katholische Kirche im Kanton Zürich
– Madeleine Wheatley, Reformierte Kirche im Kanton Zürich
Gesamtpräsentation
Gesamtpräsentation Impulsveranstaltung
Geschichte und Gegenwart Bulgariens
Bild: iStock – Cylonphoto
Eingebettet zwischen der Donau im Norden und dem Rhodopen-Gebirge im Süden liegt Bulgarien, ein Land mit reichem kulturellem und religiösem Erbe. Seit 2007 ist das mehrheitlich orthodoxe Land Mitglied der Europäischen Union, seit Anfang 2025 Teil des Schengenraums. In jüngster Zeit sieht es sich mit politischen Querelen konfrontiert, die wiederholt zu Neuwahlen geführt haben.
Auf dieser Bildungs- und Kulturreise, die vom 5. bis 14. September dauerte, konzentrierte man sich auf den Südwesten Bulgariens. Zu den Reisestationen gehörten die pulsierende Hauptstadt Sofia und das nahegelegene Rila-Kloster, die alte Zarenstadt Veliko Tărnovo nördlich des Balkangebirges sowie Plovdiv, die zweitgrösste Stadt Bulgariens. Zudem erkundete die Reisegruppe sich über die Rhodopen, wo vor allem die muslimische Minderheit (Pomaken, Türken) lebt. Begegnungen mit zivilgesellschaftlichen und religiösen Vertreterinnen und Vertretern vor Ort vermittelten Einblicke in die aktuellen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Entwicklungen in Bulgarien.
Reiseleitung
Für das inhaltliche Programm waren das Forum RGOW Religion & Gesellschaft in Ost und West sowie die Paulus Akademie verantwortlich. Auf der Reise begleitete die Reisegruppe Stefan Kube, Leiter des Forums RGOW und Chefredaktor der Zeitschrift RGOW.
Veranstaltet wurde die Studienreise von Ex Oriente Lux Reisen (EOL) in Berlin.
Flyer mit Programm
Impressionen aus Bulgarien
Kurzer Reisebericht (PDF) von Stefan Kube, Forum RGOW
Fotos ©Stefan Kube, Forum RGOW
Sozial gerecht und ökologisch nachhaltig

Soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit sind eng miteinander verbunden. Unsere Lebensweise im «Globalen Norden» belastet die Umwelt stark und trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Gleichzeitig können Massnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz soziale Ungleichheiten verschärfen, etwa durch höhere CO₂-Abgaben oder teurere Bio-Produkte, die sich nicht alle leisten können. Diese Zusammenhänge diskutierten wir im lokalen Kontext am Beispiel der Stadt Zürich.
Gäste
– Prof. Dr. Matthias Drilling, ZHAW, Departement Soziale Arbeit
– Dr. Virginia Suter Reich, HEKS, Bereichsleiterin Inland
– Melanie Brändle, Büro für Sozialraum & Stadtleben, Stadt Zürich
Moderation
– Dr. Jeannette Behringer, Sustainability Hub UZH
– Dr. Sebastian Muders, Paulus Akademie
Flyer
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