Gentherapien und der Traum von Unsterblichkeit
Wer möchte das nicht – unsterblich sein? Glaubt man den Biotech-Firmen im Silicon Valley, können «Gentherapien» das Erbgut umprogrammieren und damit Alterungsprozesse aufhalten. Ein «Redesign» der Spezies Mensch scheint in Reichweite. Das weckt Begehrlichkeiten – und Marktpotential.
Angeleitet durch experimentelle Interventionen der Künstlerin Anna Cholinska und einen Vortrag des Neurowissenschaftlers und Molekularbiologen Prof. Dr. Collin Ewald wollen wir mit Ihnen kritisch über diese Verheissungen diskutieren: Was bedeutet Altern überhaupt? Und welche Erfahrungen können wir allenfalls nur machen, weil Menschen (noch) sterblich und zerbrechlich sind? Ausklang findet der Abend mit weiteren Gesprächen an der Bar.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Alten Anatomie – Forum für Medizin & Gesellschaft
GRUNDKURS ZUR STERBEBEGLEITUNG
«Einander nahe sein in einer schweren Zeit»
Die Begegnung mit schwer kranken und sterbenden Menschen braucht Respekt, Offenheit und Einfühlungsvermögen. Der Grundkurs zeigt, wie mit Menschen in der letzten Lebensphase behutsam umgegangen werden kann. Der Kurs bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Sterblichkeit, mit Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Die Bereitschaft, die eigene Lebenssituation als Ausgangspunkt zu nehmen und die Vielfalt möglicher Ausgangspunkte bei anderen Menschen zu akzeptieren, ist Voraussetzung für die Teilnahme.
Themen
- Sterben, eine Zeit des Lebens: Eigene Vorstellungen und Erfahrungen mit Leben, Sterben und Tod. Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben.
- Begegnung und Wahrnehmung: Prozess des Sterbens und der Trauer. Achtsamer Umgang mit Sterbenden.
- Praxis der Sterbebegleitung: Bedürfnisse der Sterbenden und Begleitenden. Kommunikation mit Sterbenden. Möglichkeiten und Grenzen in der Begleitung.
- Spiritualität in der Begleitung: Was ist Spiritualität? Auseinandersetzung mit der eigenen Spiritualität. Jenseitsvorstellungen und Umgang mit Endlichkeit.
- Abschiednehmen und Trauern: Loslassen und Abschied gestalten. Umgang mit Verlust und Trauer.

Bild: Sharon McCutcheon
Wie tagespolitisch darf die Kirche sein?
Mit Inseraten und Presseerklärungen haben Kirchenvertreter unlängst in den Abstimmungskampf eingegriffen. Das hat zu Irritationen geführt und den Unmut Andersdenkender hervorgerufen. Geht ein neuer Riss durch die Kirchen? Müssen sich diejenigen als schlechtere Christen fühlen, die sich politisch anders positionieren als ihre Kirchenleitung? Welche Bedeutung hat der «Status confessionis», bei dem die Kirchen dezidiert Stellung beziehen müssen, in einer modernen Demokratie? Und: Wieweit darf/soll sich die Kirche in die Tagespolitik einmischen?
Programm
10.00-10.15 Uhr Eröffnung der Tagung und Hinführung zum Thema: Dr. habil. Béatrice Acklin Zimmermann
Grusswort: Regierungsrat Mario Fehr
10.15-10.45 Uhr «Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft der Kirche». Über das Spannungsverhältnis von Politik und Verkündigung
Referent: Dr. Klaus-Rüdiger Mai (Schriftsteller und Regisseur)
10.45-11.05 Uhr Rückfragen und Diskussion
Moderation: Dr. habil. Béatrice Acklin Zimmermann
11.05-11.30 Uhr Kaffepause
11.30-11.55 Uhr Disputatio 1
Kirche und Politik aus Sicht der Kirche: Dr. Martin Grichting (Generalvikar im Bistum Chur) versus Dr. Thomas Wallimann (ethik22)
Moderation: Pfr. Dr. Ulrich Knoepfel
12.00-12.25 Uhr Disputatio 2
Kirche und Politik aus Sicht der Politik: Marianne Binder (Nationalrätin CVP) versus Dr. Esther Straub (Kantonsrätin SP)
Moderation: Maja Ingold
12.30-12.55 Uhr Disputatio 3
Kirche und Politik aus Sicht der Medien: Michael Meier (Tagesanzeiger) versus Felix Reich («reformiert»)
Moderation: Claudio Zanetti
12.55-13.45 Uhr Stehlunch
13.45-13.55 Uhr Was steht zur Debatte? Ein Rückblick auf den Vormittag.
Prof. Markus Huppenbauer
14.00-15.00 Uhr Ateliers
Die Ateliers geben Gelegenheit, politische Spielräume auszuloten, Entscheidungsparameter für die kirchliche Einmischung zu prüfen und eine Streitkultur zu testen, die verschiedene Blickwinkel einbezieht.
Atelier 1: Konzernverantwortungsinitiative (AUSGEBUCHT)
Leitung: M. Ingold
Atelier 2: Solidarität nicht mehr kriminalisieren / Seenotrettung
Leitung: U. Knoepfel
Atelier 3: Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm / Folgen der Abstimmung
Leitung: C. Zanetti
Atelier 4: Ehe für alle (AUSGEBUCHT)
Leitung: B. Müller/R. Kunz
Atelier 5: Säkularisiert sich die Kirche selbst? (AUSGEBUCHT)
Leitung: K.-R. Mai
15.10-15.30 Uhr
Vorläufiges Fazit und Ausblick
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) und der Theologischen Fakultät der Universität Zürich
Flyer
Flyer Kirche und Politik neu
Geschwisterkinder
Zur Situation der Geschwister behinderter oder kranker Kinder
Geschwister von Kindern mit einer Behinderung oder Krankheit entwickeln oft eine Geschwisterbeziehung, die stark auf die Besonderheiten des behinderten Kindes ausgerichtet ist. Wie schaffen sie den Spagat zwischen Rücksichtnahme, Geschwisterliebe und ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen?
Auf der Grundlage des Dokumentarfilms «Geschwisterkinder» diskutieren wir mit Betroffenen und Fachpersonen über Chancen und Risiken für Geschwisterkinder.
In Kooperation mit dem Jenseits im Viadukt und Familien- und Frauengesundheit.

Bild: Voltafilm, Simon Weber
Was ist eigentlich gut an der Schöpfung?
Eine Veranstaltung im Rahmen der Themenreihe «Fragwürdig»
Der biblische Bericht von der Schöpfung der Welt endet mit einem positiven Fazit Gottes:
Er sah alles an, was er gemacht hatte, «und siehe, es war sehr gut» (1. Mose 1,31). Aber was ist eigentlich gut an der Schöpfung? Tiere fressen sich gegenseitig, Erdbeben und Überflutungen raffen Tausende von
Menschen hinweg und Bakterien bringen schlimmste Krankheiten hervor. Das klingt nicht gerade nach einem Paradies.

Fake News
Witiker Gespräche über den Umgang mit Wahrheit und Lüge
Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht mit Fake News, Desinformationen, Halbwahrheiten oder mit der Behauptung, bestimmte Aussagen seien Lügen, konfrontiert wird – in der Öffentlichkeit genauso
wie im privaten Leben. Es scheint, als hätten sich die Regeln der Kommunikation und des gegenseitigen Vertrauens überhaupt in letzter Zeit verändert: Faktenresistenz, Verschwörungstheorien und Populismus machen sich ungeniert breit. Doch stimmt dieser Eindruck? Konnte man einander früher mehr vertrauen?
Ist heute auf nichts mehr Verlass? Die Witiker Gespräche beleuchten das Thema aus vier Perspektiven: Wie gehen die Medien mit so genannten Fake News um und wie garantieren sie ihre
Glaubwürdigkeit? Wie funktionieren Fake News und wo verläuft die Grenze zur konstruktiven Imagination? Welche Folgen hat der Verlust von Vertrauen in Politik, Medien und Wissenschaft für die demokratische
Gesellschaft? Ist es sinnvoll, angesichts von Schein und Täuschung noch mit so etwas wie Wahrheit zu rechnen? Hören Sie zu, diskutieren Sie mit und denken Sie nach. Gastgeber sind die evangelisch-reformierte
und die römisch-katholische Kirchgemeinden Witikon sowie die Paulus Akademie.
Mittwoch 8.1.2020; Auf die falsche Fährte gelockt?
Spätestens seit der US-amerikanischen Präsidentenwahl 2016 ist der Begriff Fake News zu einem Kampfbegriff geworden. Wie kommen wir Mediennutzer zu glaubwürdigen Informationen? Diskussion über den Umgang der Medien mit Nachrichten mit Raphaela Birrer, Ressortleiterin Politik Tages-Anzeiger, Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, und Michael Schönenberger, Leiter Inlandredaktikon Neue Zürcher Zeitung
Moderation: Dr. Andreas Rellstab
Mittwoch 15.1.2020; Was bedeutet «Fake News»?
Wenn die Welt nur aus Fakten bestünde, würde man ersticken; erst die Phantasie, die Fiktionen, wie sie etwa die Literatur schafft, lassen einen atmen. Doch wenn Fiktionen in der Gestalt von alternativen Fakten, Fakes oder gar Fake News gehäuft auftreten, kann es eng werden. Woran erkennt man Fakes bzw. Fake News? Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Strässle benennt Markierungen im unabsehbaren Gelände wischen Wahrheit und Lüge.
Moderation: Renate Bosshard-Nepustil
Mittwoch 22.1.2020; Verlieren wir das Vertrauen?
Vertrauen gilt als zentrale Ressource sozialen Handelns. Aber was ist Vertrauen? Wohin führt der Verlust von Vertrauen in Politik, Medien und Wissenschaft, wenn Verschwörungstheorien und Populismus überhand nehmen? Der Philosoph Prof. Dr. Martin Hartmann von der Universität Luzern erklärt, wie Vertrauen entsteht. Der Politiker und Ethiker Jean-Daniel Strub diskutiert mit ihm, welche Bedeutung Vertrauen für die Gesellschaft hat.
Moderation: Hans-Peter von Däniken
Mittwoch 29.1.2020; Was wäre «Wahrheit»?
In vielen Lebenszusammenhängen spielt «Wahrheit» kaum noch eine Rolle. Und wenn doch, verwechselt man sie mit Faktizität und versteht unter «wahr», dass etwas tatsächlich geschehen ist. Gleichwohl: Allen Relativierungen zum Trotz bleibt die Frage nach unhinterfragbarer und unüberbietbarer Stimmigkeit relevant. Der Theologe Prof. Dr. Matthias Wüthrich erläutert, ob die Wahrheit überhaupt noch eine Zukunft hat, was man künftig darunter verstehen könnte und welche Rolle Religionen oder der Glaube dabei spielen.
Moderation: Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil