SCHULD UND STRAFE

Die Tagung thematisierte das komplexe Verhältnis von Schuld und Strafe aus theologischer, rechtlicher und ethischer Perspektive. Im Zentrum stand die Frage nach der Legitimität und Gerechtigkeit der Gewalt, die Schuld spricht und Strafen verhängt. Ein Übel wird mit einem anderen Übel bestraft. Die illegale Gewaltausübung von Täterinnen und Tätern unterscheidet sich dabei nicht zwingend von der legalen Gewaltausübung der Staatsgewalt. Der entscheidende Unterschied besteht in der Autorisierung, Gewalt anzuwenden, Schuld zu sprechen und Strafen zu verhängen. Auf welche normativen Autorisierungsprozesse wird dabei zurückgegriffen? Was macht eine Person schuldig und was eine daraus folgende Sanktion gerecht? Und welche Rolle spielt das ethische Ziel der Versöhnung im rechtlichen System von Schuld und Strafe.

Gäste
– Alfred Bodenheimer, Professor für jüdische Studien, Universität Basel
– Luca Di Blasi, Assoziierter Professor für Philosophie, Universität Bern
– Frank Stüfen, Gefängnisseelsorger, Reformierte Kirche Kanton Zürich
– Melanie Werren, Privatdozentin für Systematische Theologie / Ethik, Universität Bern
– Isabelle Noth, Professorin für Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik, Universität Bern
– Elio Jaillet, Beauftragter für Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz

Moderation
– Frank Mathwig, Titularprofessor für Ethik, Universität Bern, und Beauftragter für Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz
– Stephan Jütte, Leiter Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz und dem Verlag Gefängnisseelsorge.

Flyer
Detailliertes Programm (PDF)

 

Präsentation von Elio Jaillet
240531_Präsentation Elio Jaillet

Präsentation von Frank Mathwig
240531_Präsentation Frank Mathwig

Präsentation von Frank Stüfen
240531_Präsentation Frank Stüfen

Präsentation von Melanie Werren
240531_Präsentation Melanie Werren

INTERKULTURALITÄT – MIGRATION – KIRCHE

Wenn Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen aufeinandertreffen, befinden sie sich immer in interkulturellen Spannungsfeldern. Diese ergeben sich aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen und Verhaltensweisen in der gleichen Situation.

Bei bewusstem Arbeiten mit diesem «Inter-Kultur-Sein» geht man kreativ damit um, hinterfragt, entdeckt Potentiale, Anknüpfungs­punkte und findet neue Lösungen.

Migration, die es seit dem Beginn der Mensch­heit immer in unterschiedlichen Prägungen gegeben hat, ist eng mit Kultur und der Inter­kulturalität verbunden. Auf einer ganzheitlichen Ebene entdecken wir verschiedene Facetten der zwei interdependenten Gebiete.

Wir versuchen zu entdecken, was unser Kulturverständnis prägt, wie wir verschiedene Kulturen und Migrationsgründe wahrnehmen und was deren verborgenen Ursachen sein können.

MI 29.5.2024
Gründe der irregulären Migration aus dem subsaharen Afrika
Diese Gründe scheinen hinlänglich bekannt zu sein und werden von der Presse sowie von politischen Protagonisten aus verschiedenen Perspektiven behandelt. Diese Wahrnehmung entspricht westlichem Denken. Gibt es möglicherweise andere Gründe und Ansätze?

Leitung
Michael W. Büchi hat langjährige Erfahrung als ehemaliger Kaderbeamter des Staatssekretariats für Migration. Dort diente er unter anderem als Stv. Sektionschef Afrika sowie Migrationsattaché auf der Schweizer Vertretung in Angola. Weiter war er für die Schweizer Bischofskonferenz als Projektleiter Migrationspastoral tätig. Heute ist er Vize-Präsident der Kommission für Bildung und Soziales der römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich. Als selbständiger Interkultureller Berater, Mediator und Coach (www.buechi-intercultural.ch) berät er Unternehmen, Institutionen sowie Führungskräfte. Mit Lehraufträgen gibt er seine Erfahrung und Wissen an die nachfolgende Generation weiter.

Flyer
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Präsentation
240529_Gründe der irregulären Migration aus dem subsaharen Afrika

 

KUNST UND STILLE

In den Auszeiten über Mittag steht in unserem Raum der Stille jeweils ein Kunstwerk im Zentrum. Es lädt zur äusseren und inneren Betrachtung ein. Die Kunsthistorikerin Marietta Rohner gab dazu Impulse, die man und frau auf sich  wirken lassen kann.

«Kunst und Stille» bietet einen Rahmen, um aufzuatmen und sich von Schönheit berühren zu lassen. Das betrachtete Werk kann jeweils als Kunstkarte in den Alltag mitgenommen werden.

Ich hörte die Stille
und öffne mich dem Bild
den Farben
den Formen
der Sinnlichkeit
dem Sinn

Leitung
Marietta Rohner, Kunsthistorikerin mit CAS in Spiritual Care

 

Der lange Schatten des Traumas

Wenn Menschen Schreckliches widerfährt, bleiben die seelischen Wunden häufig nicht auf deren Leben beschränkt, sondern dehnen sich auch auf nachfolgende Generationen aus. Diese sogenannte transgenerationale Weitergabe von Traumata ist seit den 80er Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen: Kriegs- und Verfolgungserlebnisse, sowie traumatische Erfahrungen mit Rassismus, Missbrauch und Unterdrückung sind dabei einschlägige Beispiele. In unserem Podium stellten wir die Frage nach dem richtigen Umgang mit dieser Art traumatischer Erfahrungen, um die verursachten Verletzungen auch bei nachfolgenden Generationen zu lindern oder gar zu heilen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit aki – Katholische Hochschulgemeinde Zürich

Gäste
– Dr. Mareike Augsburger, psychologische Beraterin und Coach, Therapeutin für Belastungen, Trauer und Stress
– Dr. Rahel Bachem, Oberassistentin und Expertin für Trauma- und Stressfolgestörungen am Psychologischen Institut der Universität Zürich

Moderation
– Sebastian Muders, Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
– Franz-Xaver Hiestand, Leiter aki

Flyer
Programmflyer

 

Impressionen

VOR DER ABSTIMMUNG

Am 9. Juni stehen die Initiative «Für Freiheit und körperliche Unversehrtheit» sowie das Bundesgesetz zur Stromversorgung mit erneuerbaren Energien zur Abstimmung. Beide Entscheidungen beinhalten schwierige Abwägungsfragen: Ist es gerechtfertigt, etwa in medizinischen Notlagen ungefragt in den Körper einer Person einzugreifen? Welche Einschnitte in die Integrität unserer Landschaft sind erlaubt, um eben (auch) diese Landschaft vor den Folgen des Klimawandels zu bewahren?

Wir wollen zur Klärung dieser spannenden Fragen in kurzen Inputs und einem nachfolgenden Austausch ethische Expertinnen und Experten aus der Medizin- und Umweltethik zu Wort kommen lassen und bieten eine konstruktive Diskussion zu beiden Abstimmungsthemen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut Neumünster

Gäste
Tanja Krones, Leitende Ärztin Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich
Andreas Brenner, Professor für Philosophie an der Universität Basel und der FHNW in Basel

Moderation
Sebastian Muders, Fachbereichsleiter Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
Jean-Daniel Strub, Fachverantwortlicher Ethik und Lebensfragen, Institut Neumünster

 

VOM LABOR AUF DIE TELLER?

Die fortschreitende Technisierung unserer Ernährung weckt einerseits grosse Versprechungen: Innovationen ermöglichen eine effizientere Lebensmittelproduktion, führen dank Ressourcenoptimierung zu weniger Verschwendung und bewirken eine bessere Überwachung der Lebensmittelqualität. Andererseits stellen sich Fragen nach der Natürlichkeit unseres Essens, nach gesundheitlichen Risiken durch Convenience Food und dem Verlust traditioneller Esskulturen. Wie viel Technik gehört in unsere Nahrung?

Gäste
Prof. Dr. Peter Fischer, Leiter des Laboratory of Food Process Engineering, ETH Zürich

Moderation
Sebastian Muders, Fachbereichsleiter Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie

Flyer
Programmflyer

Präsentation
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BIBEL BEIM WORT GENOMMEN

Die Bibel ist nach kirchlicher Auffassung «Wort Gottes», in Menschenwort geschrieben und vom Heiligen Geist inspiriert. Wer die Bibel beim Wort nimmt, kann genau das entdecken: Spuren Gottes und das Wehen des Geistes.

Beim-Wort-Nehmen heisst:
– den Wortlaut lesen und wahrnehmen
– den Wortlaut hören und aufnehmen
– den Wortlaut überdenken und sich von ihm überraschen lassen
– dem Wortlaut Zeit geben zu wirken.

Die Bibel beim Wort nehmen erlaubt, im Wortlaut Eigenes zu entdecken oder aber im Wortlaut ein Gegenüber zu sehen, an dem man sich reibt. Ein Beim-Wort-Nehmen kann eingeübt werden durch Methoden, die den Text tatsächlich zur Sprache bringen, die ihn weder durch Zusatzinformationen überfrachten noch dazu verleiten, die Bibel nur als Sprungbrett für anderes zu benutzen.

Am Akademietag bibelwerken wurden in den Workshops vier solche Methoden für einen praktischen Zugang zur Bibel vorgestellt, ausprobiert und rückblickend reflektiert. Das Hauptreferat hat aufgezeigt, wie ein textzentrierter Zugang auch in der  wissenschaftlichen Exegese zu fruchtbaren Ergebnissen führt. 

Das detaillierte Programm sowie die Beschreibung der Workshops finden Sie hier im Tagungsflyer (PDF).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Schweizerischen Katholischen Bibelwerk (SKB).

Gäste
– Prof. Dr. Matthias Ederer, Professor für Altes Testament an der Universität Luzern
– Eva Kopp, Zentralvorstand SKB (anstelle von Katrin Brockmöller, Direktorin Katholisches Bibelwerk e.V. Stuttgart und Bibliolog-Trainerin)
– Nadia Rudolf von Rohr, Präsidentin des Vereins Bibliodrama und Seelsorge, Leiterin der Zentrale der Franziskanischen Laienbewegung Deutschschweiz

Moderation
– PD Dr. Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie
– Dr. Winfried Bader, Zentralsekretär des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks

Flyer
240503_Akademietag-Bibelwerken

Impressionen

WIE EINE TRÄNE IM OZEAN

Der Romancier und Essayist Manès Sperber gehört zu den grossen europäischen und jüdischen Schriftstellern. Er war für Generationen eine wichtige Stimme gegen totalitäre Diktaturen von links und rechts, gegen alle autoritären politischen Tendenzen sowie für Demokratie und Toleranz. Sein freies, unabhängiges Denken macht seine Bücher heute wieder aktuell.

Die dreibändige Neuausgabe seines Werks wird Anfang Mai 2024 erhältlich sein und umfasst die Autobiographie «All das Vergangene …», die Romantrilogie «Wie eine Träne im Ozean» und einen Band mit den wichtigsten Essays.

Rudolf Isler ist Herausgeber der Romantrilogie «Wie eine Träne im Ozean», die Sperber während seinem dreijährigen Exil im Zweiten Weltkrieg in Zürich zu schreiben begonnen hat.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit tachles – Das jüdische Wochenmagazin

Gäste
Rudolf Isler, Sperber-Experte und Autor
Tiziana Jelmini, Schauspielerin und Sprecherin

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Alles nur Märchen?

Kaum ein Kind wächst ohne Märchen auf. Auch in vielen Religionen spielt das Erzählen von Geschichten eine tragende Rolle. Das jüngst erschienene Buch «Erzähl nochmal» präsentiert 111 Geschichten aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Zeiten – und will damit der kulturellen Kraft des Erzählens und dem Erzählen als zentrale Kulturtechnik Raum geben.

Am Beispiel ausgewählter Erzählungen aus dem Buch reflektierten wir Kraft und Macht von Geschichten sowie die Rolle von säkularen und religiösen Erzähltraditionen in einer zunehmend diversen und säkularen Gesellschaft.

Gäste
– Dr. Rolf Bossart, Mitherausgeber des Buches «Erzähl nochmal. Geschichten aus Religionen, Kulturen und Zeiten» (Zürich, TVZ, 2023)
– Dr. Moni Egger, Bibelwissenschaftlerin und Märchenerzählerin
– Dr. Winfried Bader, Zentralsekretär des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks (SKB)

Gelesen hat Ruth Schwegler, Schauspielerin.

Leitung und Moderation
– Odilo Noti, Präsident Stiftung Weltethos Schweiz
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Flyer
240425_Alles nur Märchen

Impressionen

Fotos: Thomas Ebneter

FOREVER YOUNG?

Der Traum von ewiger Jugend ist so alt wie der Mensch. Biblische Narrative wie der sprichwörtlich gewordene Methusalem scheinen in unseren Tagen aber tatsächlich in greifbare Nähe zu rücken: Mit der Aura wissenschaftlicher Objektivität versprechen biomedizinische Techniken wie Blut-Verjüngung, Telomer-Verlängerung oder Zellreinigungs-Fasten eine deutliche Ausweitung der gesunden Lebensspanne; Gerontologen wie Aubrey de Grey verkünden bereits vollmundig 1000 Jahre Lebenszeit – mindestens. Wird der Medikamenten-Jungbrunnen zum Selberspritzen in unseren Tagen endlich Wirklichkeit – oder werden auch die jüngsten Versprechen auf ewiges Leben bald zu Grabe getragen?

Gäste
– Johannes Burtscher, Junior Lecturer, Institut für Sportwissenschaft, Universität Lausanne
– Dr. Katharina Geiling, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Longevity Center Europe
– Dr. Christina Röcke, Co-Director, Healthy Longevity Center der Universität Zürich

Moderation
– Sebastian Muders, Leiter Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
– Jean-Daniel Strub, Fachverantwortlicher Ethik und Lebensfragen, Institut Neumünster

Flyer
Programmflyer

 

Impressionen