Mi 09.01.2019, 19.30 Uhr bis Mi 30.01.2019, 21.00 Uhr, Abendveranstaltung, Schwerpunktreihe

Der Mensch ist, was er isst

Witiker Gespräche

Ein Einkauf bei Coop oder Migros genügt, und man wird sich bewusst, dass Ernährung weit mehr ist als eine biologische Notwendigkeit. Slow Food, Fair Trade, vegetarisch, vegan – wofür wir uns als Konsumentinnen und Konsumenten auch immer entscheiden, wir kaufen nicht bloss ein, um unseren Hunger zu stillen. Längst ist Ernährung identitätsstiftend geworden. Darum gilt der bekannte Ausspruch des Philosophen Ludwig Feuerbach auf seine Weise immer noch: «Der Mensch ist, was er isst.»

Welche Regeln und Bedürfnisse bestimmen unser Essverhalten? Was macht der Glaube, sich gesund ernähren zu müssen, mit uns? Wie weit prägen religiöse Vorstellungen unsere Esskultur noch? Oder sind daraus pseudoreligiöse Überzeugungen geworden? Hat unser Konsum auf das weltweite Hungerproblem einen Einfluss? Die Witiker Gespräche 2019 beleuchten unsere Esskultur aus vier Perspektiven: vom Landwirt, der am Anfang unserer Nahrungskette steht, bis zum Foodscout, der kulinarische Leckerbissen in den entferntesten Winkeln der Erde aufzuspüren versucht.

Hören Sie zu, diskutieren Sie mit und denken Sie nach. Gastgeber sind die evang.-ref. und die röm.- kath. Kirchgemeinde Witikon sowie die Paulus Akademie.

Veranstaltungsort

Bemerkungen

PROGRAMM
Mittwoch, 9. Januar 2019, 19.30–21.00 Uhr
Die Zukunft der Landwirtschaft

Welche Rolle spielt die Landwirtschaft in unserer Nahrungskette? Wie könnte eine innovative, ethisch verantwortungsvolle, aber ökonomisch nachhaltige Landwirtschaft aussehen? Der Soziologe Jakob Weiss beschreibt in seinem Buch «Die Schweizer Landwirtschaft stirbt leise» Fehlentwicklungen in unserer Agrarpolitik. Der Landwirt Christian Rathgeb spricht über den Arbeitsalltag in einem der grössten Biolandwirtschaftsbetriebe der Schweiz.
Moderation: Hans-Peter von Däniken

Mittwoch, 16. Januar 2019, 19.30–21.00 Uhr
Hunger

Essen und Trinken haben eine Kehrseite: den Hunger. Weltweit hungern mehr als 800 Millionen Menschen. Deutlich mehr noch leiden an Mangelernährung. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind. Dabei gehört das Recht auf Nahrung zu den Menschenrechten,und es gäbe genug Nahrung für alle. Der Theologe und Ethiker Prof. em. Dr. Christoph Stückelberger analysiert die gegenwärtige Situation, erörtert die Gründe des Hungers und benennt Strategien, wie er bekämpft werden kann.
Moderation: Renate Bosshard-Nepustil

Mittwoch, 23. Januar 2019, 19.30–21.00 Uhr
Religion geht durch den Magen

Wer isst und trinkt, folgt – bewusst oder unbewusst – Regeln, die nicht nur von der Biologie bestimmt sind. Entsprechend kennen alle Kulturen und Religionen Speisegebote oder Tabus. Die Religionswissenschaftlerin Hélène Coste geht den Fragen nach, warum die Menschen ohne solche Regeln und Einschränkungen offenbar nicht auskommen, welche Religionen welche Speisegebote kennen und wie diese erklärt werden. Rabbiner Ruven Bar Ephraim zeigt, was die Speisegebote im Judentum bedeuten und wie man damit umgeht.
Moderation: Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil

Mittwoch, 30. Januar 2019, 19.30–21.00 Uhr
Foodporn als Religion

Rund um das Essen werden Hochfeste zelebriert (Street Food Festival, Food Zürich, Slow Food Market …). In den Tempeln der Kochkünste und den Gottesdiensten der Kochshows werden den verschiedenen Formen des Ernährungsglaubens gehuldigt (vegetarisch, vegan, lactosefrei ...). Ist Foodporn zur Ersatzreligion geworden? Mit dem Foodscout von Globus Delicatessa, Richard Kägi, gehen die vier Moderatoren der Witiker Gespräche dem Thema Ernährung als Pseudoreligion nach.

Leitung

Renate Bosshard-Nepustil, Pfrn. ev.-ref. Kirchgem. Witikon
Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil, Pfr. ev.-ref. Kirchgem. Witikon
Dr. Andreas Rellstab, Pfr. röm.-kath. Kirchgem. St. Anton/Maria Krönung
Hans-Peter von Däniken, Dir. Paulus Akademie

Kosten

Der Eintritt ist gratis. Kollekte zur Deckung der Unkosten. Empfohlen: CHF 10.00 pro Abend.
Keine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen